Film, Sonstiges


Micha Lewinskys Albtraum

Zurzeit bloggt der Drehbuchautor und Gewinner des Schweizer Filmpreises, Micha Lewinsky, bei den Kollegen des Kulturplatz. Darin lässt er die Welt wissen, dass das Aufstehen am Morgen für ihn eine grössere Anstrengung sei, als ein Drehbuch zu schreiben. Interessanter als das ist jedoch seine Schilderung eines Albtraums, den in ähnlicher Form wohl jeder schon hatte, der mit Fördergremien zu tun hatte — wahrscheinlich sogar im Wachzustand:

“Ich träumte nämlich, ich sei Filmförderer. Ich musste etwa 100 Drehbücher lesen, hatte aber keines richtig verstanden. Einige hatte ich noch nicht einmal aufgeschlagen. Und dann hab ich bei der Kommissionssitzung einfach so getan, als wüsste ich Bescheid. Ich habe abwechslungsweise ‘Ja’ und ‘Nein’ gesagt, damit nicht auffällt, dass ich die Drehbücher nicht gelesen habe. Und niemand hat es gemerkt. Ein unangenehmer Traum. (Natürlich läuft es bei der richtigen Filmförderung ganz anders! Hoffe ich.)”

Kommentar (1) zu “Micha Lewinskys Albtraum”

  1. Hanspeter Gautschin schrieb:

    Schön. Da erinnere ich mich an einen wackeren Schulinspektor, dessen Arbeit hauptsächlich darin bestand, sich in unzähligen Gremien zu tummeln – u.a. auch in drei Kunstgremien. Dem besagten Schulinspektor musste ich vor der Sitzung immer schnell ins Ohr flüstern, in welcher Fachkommission er sich gerade befindet. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, zu den meisten vorliegenden Projekten seinen Kommentar abzugeben, also nicht nur mit ‘Ja’ und ‘Nein’ dreinzureden. Aber wie gesagt: das war vor langer Zeit. Heute wäre solches wohl nicht mehr möglich.