Kunst/Museen


Open-Source-Bier

Foto rb
An Open-Source-Software hat man sich gewöhnt, auch dieser Blog hier läuft auf einer Software, die jeder verändern und weiterentwickeln darf, sofern dann auch die Weiterentwicklung für alle gratis zur Verfügung steht. Das Dänische Künstlerkollektiv Superflex testet, ob das Open-Source-Modell auch bei traditionellen Produkten funktioniert.
“Free Beer” heisst das Projekt, die Superflex-Künstler in der neuen Ausstellung “Wouldn’t it be nice… – 10 Utopien in Kunst und Design” im Museum für Gestaltung präsentieren. Die Rezeptur des Bieres steht allen offen, jeder darf sie übernehmen und weiterentwickeln, unter der Bedingung, dass die neue Bierrezeptur wiederum offengelegt wird.
Da die Reproduktion von Software einfach und kostenlos möglich ist, ist bei Open-Source-Software das Endprodukt meist gratis erhältlich. Beim Bier ist das leider nicht der Fall. Nur das Rezept ist gratis, das Bier nicht. Nichts gewesen also mit Freibier (ausser gestern an der Vernissage). Der Biertrinker profitiert beim Creative-Commons-Lizenz-Bier also höchstens vom besseren Geschmack. Und ob der Geschmack auch wirklich besser ist? Ich weiss nicht. Aber bei Kunst sollte Geschmack ja sowieso keine Rolle spielen…
Ansonsten ist die Ausstellung eher enttäuschend, viel Utopisches ist nicht zu sehen. Eindrücklich ist die Modelinie der Spanierin Alicia Framis, bei der sämtliche Kleidungsstücke aus einer chinesischen Flagge geschneidert sind. Offenkundiger kann die “Made in China”-Flut nicht dargestellt werden. Doch auch das ist keine Utopie, sondern Realität.

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