Sonstiges
14. Februar 2008
Wie man ein Fräulein anspricht
Vor einigen Jahren konnte man in der kleinen Spielstätte des Theater am Neumarkt Liebesbriefe aus dem Zürcher Liebesbriefarchiv hören. Der Dramaturg Mats Staub (zurzeit für Absolut Züri tätig) und die Gestalterin Barbara Pulli liessen unzählige alte Liebesbriefe von Schauspielern und Laien vorlesen und nahmen sie auf Kassetten auf. In der liebevoll hergerichteten Installation konnten die Besucher eine Kassette auswählen und in einer Nische per Kassettenrekorder den betörenden Worten lauschen.
Die Installation war später noch in andern Städten zu sehen, für die Wiener Festwochen vertonte Mats Staub auch österreichische Briefe. Diese sind nun im Internet hörber unter http://www.liebesbriefe.ausderzeit.net.
Hier ein Beispiel, wie ein Herr 1940 eine Bürokollegin anspricht:
“Sehr geehrtes Fräulein! Da es mir leider nicht möglich ist, Sie im Büro zu sprechen, bitte ich Sie sehr, mir ausserhalb der Amtsräume Gelegenheit zu einem Zusammentreffen zu geben.”
Das wirkt. Einige Monate später beginnt ein Brief des Fräuleins der Frau folgendermassen:
“Wenn Du es nur spüren könntest, wie glücklich mich jedes liebe Wort, jeder Händedruck von Dir macht und wenn ich weiß, dass Du hie und da ein kleines bißchen an mich denkst. Ich möchte, dass auch Du so glücklich bist und will mich bemühen Dir immer eine gute Frau zu sein.”
Wenn das nicht eine aufmunternde Geschichte für den Valentinstag ist!
rogerrabbit schrieb:
Waren die Zeiten früher romantischer?
Geschrieben am 14. Februar 2008 um 11:36Uhr | Permalink