Sonstiges


Kultur der Superlative

Geht es nach der Selbstbeurteilung, so gibts in Zürich nur allerbeste Kultur:

Opernhaus:
“Das Opernhaus Zürich gilt heute international als eines der erfolgreichsten Theater.” (Quelle)

Rote Fabrik:
“Die Rote Fabrik zählt zu den grössten und vielseitigsten Kulturzentren Europas, mit einer Ausstrahlung, die weit über Zürich hinausreicht.” (Quelle)

Tonhalle:
“Das Tonhalle-Orchester hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Klangkörper Europas entwickelt.” (Quelle)

Schauspielhaus:
“Seit seiner Gründung 1938 gehört das Schauspielhaus Zürich zu den bedeutendsten Sprechtheatern im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.” (Quelle)

Zürcher Kammerorchester:
“Das Zürcher Kammerorchester gehört zu den renommiertesten Ensembles seiner Art.” (Quelle)

Wenn sich die Kulturinstitutionen nicht selber zu der Spitzenklasse zuordnen, dann tut es ein Kulturbeamte für sie. Aus dem Kulturleitbild der Stadt:

Moods:
“Der Jazzclub zählt seit ca. 3 Jahren zu den wichtigsten europäischen Musikclubs.”

Miller’s Studio:
“Das Miller’s gehört heute zu den führenden Bühnen für Kabarett und satirisches Theater im deutschsprachigen Raum.”

Übrigens: Sie lesen einen der renommiertesten Kulturblogs im deutschsprachigen Raum.

Kommentare (8) zu “Kultur der Superlative”

  1. bugsierer schrieb:

    nur so nebenbei: ich bin der wichtigste blogleser zwischen tsüri und bärn…

  2. philipp meier schrieb:

    zeit, dass endlich mal jemand eine studie macht. wie wärs mit einer fundierten internet-recherche? z.b. durch markenspezialisten einer renommierten agentur…;)
    @bugsierer: du bist vielleicht der wichtigste blogleser. ich bin aber der wichtigste blogkommentator (zwischen zürich und bodensee; bern überlasse ich dir gerne…;)

  3. Uranus schrieb:

    Meine Kulturinstitution hat im Fall eine Ausstrahlung vom Ural bis zu den Pyrenäen…

    Für welche Autonome Kultur-Werkstatt arbeite ich?

    1.) AKW Gösgen
    2.) AKW Beznau II
    3.) AKW Leibstadt

    p.M: Im Phall, das Dada-Haus ist züri-weit und weltweit das einzige, das ist natürlich eine verdammt gute USP (unique selling proposition), dafür beneide ich Dich. Hättest ja auch im Theater anheuern können.

  4. unkultur schrieb:

    USP ist alles! Deshalb heisst mein Blog nicht “Kultur” (zu viel Konkurrenz) sondern “unkultur”. Jetzt soll mir mal jemand den Rang des renommiertesten Unkultur-Blogs streitig machen!

  5. spuups schrieb:

    USP ist unser Altar, dem wir Kulturgläubigen doch jeden Abend heimlich huldigen:

    Möge unsere Kultur USP sein.
    Möge es aus dem Blätterwald gute Kritiken hageln.
    Möge die Dividende in Form von Staatsknete reich sein.
    Möge die UPS den Mammon der UBS doch bitte heute noch im Lastwagen vorfahren, damit die USP meiner Kultur qua Eventsponsoring noch mehr ins richtige Licht gerückt wird und Interbrand die Corona, welche meine Institution umgibt, studieren kann.

    Ospel, übernehmen sie!

  6. philipp meier schrieb:

    @spuups: wenn dem nur so wäre («USP ist unser altar»); dann würden nicht in allen theatern dieser stadt dieselben stücke aufgeführt und in allen museen dieselben künstler gezeigt.
    habe aber verstanden: ich krieche gleich auf den knien runter in die krypta von hugo ball und lege in der devotio-kammer meine beichte ab. i know…, die digitale reichweite des cabaret voltaire zu messen ist des teufels. ich entschuldige mich hiermit hochoffiziell bei allen, die wir mit dieser aktion verletzt haben. es war nicht unsere absicht, den dadaismus mit dieser aktion zu beschmutzen, zu verraten oder sonst wie zu missbrauchen.
    der ruf nach ospel kann ich sehr gut verstehen. er wäre wohl der beste kultursubventionsvernichter ever. da waren die neo-dadaisten mit ihren fensterausschüttungen schulbuben dagegen…

  7. rb schrieb:

    “Ospel, übernehmen sie!” -> Dieser Ruf kommt zum richtigen Zeitpunkt, schliesslich dürfte Herr Ospel schon bald auf Stellensuche sein…

  8. spuups schrieb:

    @phillip:Gut argumentiert. Aber: der Remix kostet eben auch und bestimmt nicht weniger als das Original ;)

    Wegen Interbrand brauchst Du aklter Katholike nicht zu Kreuze kriechen, das ist schon OK. Mann muss die Instrumente beherrschen, auf denen man spielt. Oder noch etwas expliziter:
    Man muss den Förderern (Zauberlehrlingen) die (wirtschaftlichen) Instrumente um die Ohren hauen, mit denen sie hantieren. Gibt bei mir ein AAA+ Rating für subversives Kulturmanagement, da ein Lerneffekt mitgedacht ist.

    @ rb: Ospel fürs Opernhaus! Da ist Zetter und Mordio Programm…