Film


“Max”-Flop: Verheerend für die Filmbranche

Noch nicht lange ist es her, da herrschte Euphorie im Film-Land. Der Marktanteil der Schweizer Filme im Kino lag bei 10 Prozent, einige junge Filmer hatten tolle Werke vorgelegt, man dachte plötzlich, in Zukunft könnte die Schweizer Filmbranche auch für private Investoren interessant werden. Viele Projekte wurden angedacht, die Aussichten schienen rosig, Condor begann wieder zu produzieren. Doch nun dies: Mit Tell und Max & Co floppten zwei grosse teure Filme hintereinander — viel Geld geht da verloren. Private Investoren zu finden dürfte nun viel schwieriger werden, falls es überhaupt noch möglich ist. Die zwei Flops könnten für die gesamte Branche verheerende Konsequenzen haben, zumindest was die Grossproduktionen betrifft. 

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Kommentare (12) zu ““Max”-Flop: Verheerend für die Filmbranche”

  1. heinz schrieb:

    Ich kann nachvollziehen was du meinst mit “viel geld geht da verloren”. Aber das ist der falsche Ansatz. Es muss noch viel mehr Geld verloren gehen bis in der Schweiz eine solide Industrie (wenn überhaupt) entstehen soll. Dänemark (immer wieder ein gutes Beispiel) hat nicht gezweifelt sondern investiert. Der Grund des Scheiterns in diesem Land ist genau dieses “Flop” denken. Eben gerade weil Filmerfolge nicht planbar sind. Bideau’s Richtung ist schon die Richtige. Wenn er scheitert dann nur weil er von der Schweizer Zweifeler-Mentalität zu Grunde gerichtet wurde. Zur Zeit wird “Cargo” (http://www.cargoderfilm.ch/) gedreht.

    Ich freue mich auf jedenfall riesig auf diesen nächsten “Flop”.
    Und auf den nächsten.
    Und von wegen Geld verloren:
    Der Vergleich hinkt: Kampfjet sollen kosten und fliegen was das Zeug hält und auch noch mehr Polizei von wegen….und organisierte Verbrecher wie Ospel und Co verdienen sich alle Jahre mal wieder die Filmförderung…von wegen verloren (…) sehr relativ…

  2. rb schrieb:

    Mit “viel Geld geht da verloren” war nicht das Geld vom BAK gemeint, sondern das von privaten Investoren. Bei beiden Filmen war viel privates Geld drin. Ich bedaure sehr, dass diese Filme beim Publikum nicht ankamen, denn nach diesen Verlusten werden private Geldgeber sicher vorsichtiger, was wie gesagt schwerwiegende Folgen für die Branche haben könnte.
    Mit Staatsgeld hat das für einmal nichts zu tun. Ich bin da ganz Ihrer Meinung: Kulturförderung ist dazu da, dass es Flops geben kann und darf.

  3. philipp meier schrieb:

    @heinz: im gegensatz zu dänemark sehe ich jedoch in der schweiz keinerlei konkrete strategie(n); oder höchstens die: von allem ein bisschen (komödie, animationsfilm, science fiction, dok, etc.pp.). der USP ist ja scheinbar ein wort des teufels. darum: wie würdest du denn nische definieren, in welcher die schweizer filmindustrie (ein falsches wort, wenn sie /massgeblich/ vom staat unterstützt wird) erfolgreich werden sollte? ich nehme nicht an, in der des wirtschaftlichen flops (wobei ich das eine…., ähm…., sehr postdadaistische strategie fände…)

  4. heinz schrieb:

    …diese postsadistische strategie würde ich natürlich auch nicht begrüssen…:-)
    es wird ein ewiges dilemma bleiben.
    das ambivalente wird / ist identifikation. wirtschaftsförderung ohne kulturgeld wird aber das neoliberale denken nur noch mehr stärken: einschaltquoten als gradmesser für kultur, event-events, filme als produkte, film als instrument für den kosumismus / noch mehr globalisierungstauglichkeiten…
    die rechnung geht eben nicht auf. publikums lassen sich (noch) nicht kaufen. Was für eine wohltat. Noch hat die Gier nicht gewonnen.

    Was heisst “flop”?…
    …das “scheitern” in den augen der investoren? die gier…die ansprüche das investierte zehnfach zurückzubekommen…
    vielleicht hätte der film ganz klein bleiben sollen…selfmade charakter…”scheune-animation”…keine investoren…nur kulturanimation
    werde mir den film ansehen gehen…

    p.s. beim globi film vor gut 3 jahren.-..das gleiche thema: viele köche…der film ein superflop…auch da waren viele investoren (auch private) dahinter…der globi wurde globalisiert…das endprodukt eine qual obwohl die figur sehr “swiss” ar…
    (http://www.globi-derfilm.de)

  5. ensuite schrieb:

    Interessant ist, dass der Produzent bereits öffentlich hinsteht und von einem Flop redet. Dies noch während der Film im Kino läuft. Das ist mehr als kontraproduktiv.

    SDA “Die Gründe für den Misserfolg seien unklar, sagte Boner.
    Der Film sei optimal lanciert worden und in den Medien auf ein
    grosses Echo gestossen. Niemand habe den Film abgelehnt, die
    Leute seien einfach nicht ins Kino gekommen. «Der Verlust ist
    enorm, aber ich kann ihn noch nicht beziffern», sagte Boner
    weiter. Bereits werde der Film von den Kinoprogrammen
    gestrichen oder nur noch an den Nachmittagen gezeigt. Unter
    diesen Umständen habe «Max & Co» keine Chance, in den USA,
    in Grossbritannien und Deutschland Erfolg zu haben.”

    Ddas Beispiel zeigt, wie naiv das alles abgelaufen ist. Welche Produktionsfirma kann mit einem ersten Film gleich Weltruhm erlangen? Das ist blind. Leider haben sie damit der gesamten Filmbranche geschadet.

    Der Film war bis kurz vor Filmstart bei Otto-Normalverbraucher unbekannt. Kein Hype, keine anständige Presseinfo – der erste Flyer war schändlich schlecht! Keine Werbung – nix. Super Promo, oder?

    So einfach ist das nicht ohne Publikum… Der “Produzent” hatte auf jeden Fall seine Arbeit sehr schlecht gemacht.

  6. heinz schrieb:

    …so ganz der ertse film von robert boner als produzent ist es nun ja doch nicht…
    http://german.imdb.com/name/nm0094286/

    …ob das nun so katastrophal für die ch-filme ist bleibt eine vermutung….

    …vielleicht ist es wieder vermehrt eine chance für den “kleinen” Film…

    …boner jedenfalls würde das gut kennen; hat er doch 1979 als “Prodution Manager” bei “Les petite Fuges” mitgearbeitet…

    Ein “kleiner”, günstiger Film mit weltformat, der bis heute nicht an aktualität eingebüsst hat…

    (ob “Les petite Fuges” damals ein Flop in den Kinos war weiss ich nicht….jedenfalls ist der Film heute einer der meistgesehenen CH-Filme…trotz langsamen einstellungen und ohne effekte! da muss was dran sein…)

  7. Alice / Zappadong schrieb:

    Ich schliesse mich ensuite an: Es ist wirklich befremdend und kontraproduktiv, nach so kurzer Zeit hinzustehen und zu verkünden, der Film sei ein Flop.

    Auch wenn der Film kein Renner wird, es hätte vielleicht doch noch den einen oder anderen ins Kino gezogen, der sich nach solchen Aussagen die Kosten fürs Ticket spart.

    Es scheint heute wirklich so zu sein, dass das Startwochenende (und vielleicht noch das darauf folgende) über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Da hat ein Film ja fast keine Chance mehr, sich sein Publikum langsam aufzubauen. Vor allem nicht, wenn man ihn zum Flop erklärt.

    Und vielleicht waren die Erwartungen wirklich zu hoch?

  8. ensuite schrieb:

    @ Heinz: Klar, nicht erster Film von Boner, aber in diesem Segment und mit diesem Team. Das meinte ich eigentlich…
    Sorry.

    Der kleine Film: Ist sicher wieder gefragt – aber nur, weil kein Geld mehr da ist und alles wieder auf Selbstausbeutung ausläuft. Das Interesse am heimischen Filmschaffen wird sich aber nicht verbessern dadurch…

  9. sven schrieb:

    wie auch immer. ein film pro jahr, bei dem man sagt, das wird DER kassenschlager, reicht nicht, im gegenteil, um so schlimmer ist die enttäuschung im falle von solch schwachen besucherzahlen. zu viel gewicht auf einem film, das war mit tell so, das ist mit max so, das ist nicht gut so. auch in hollywood ist von 10 filmen wirklich nur einer erfolgreich. in der schweiz können wir uns keine flops leisten, zu wenig filme, zu wenig filmförderung, zu wenig kontinuität. talente gibts, ideen auch, sie müssen nur umgesetzt werden können. wer in der A-liga spielen will, muss auch etwas investieren. also, hopp bund. europameister wird man auch nicht einfach so.

  10. kammacher schrieb:

    ach, ach, ach. wenn man sieht, mit welcher Sorgfalt, mit welchem Ueberfuror und mit welchen STIMMEN die animationsfilme von pixar etc. synchronisiert werden, erstaunt einem deren qualität nicht. antonia banderas wird nicht nur genommen, weil er eine stimme hat, die voller timbre ist und die hochfiligranen anlagen in den kinosälen zum vibrieren bringt, er wird auch genommen, weil sein charakter, sein witz eine perfekte symbiose eingeht mit dem gestiefelten kater. hinter der wahl von antonio banderas ( er sei hier nur ein fallbeispiel ) steckt also sowohl eine künstlerische, wie auch kommerzielle überlegung. viel wichtiger, als der fakt, dass antonio banderas berühmt ist, sind aber die fähigkeiten, die er einbringt. wegen dieses fähigkeiten, ist er auch berühmt. und was macht man bei max und co? man nimmt viola tami. wer ist das? die frau von dem moderator, sagt meine frau grad. aha. die kenne man, wenn man die schweizer illustrierte lese. aha. und gilles tschudi. der aus lüthi und blanc? aber der hat doch eine quetschstimme. da vibriert im saal doch gar nix. tschudi und viola locken doch niemanden ins kino. da müsste man sprechtalente nehmen! von denen gib’s viele, sehr viele (u.a. fabienne hadorn ). nicht cervelats! wenn nun also alle anderen teilbereiche von max und co vom produzenten auch so schlampig vernachlässigt wurden wie die synchro, muss man sich also über den misserfolg nicht wundern. schade für die begabten animationskünstler. sie hätten da einen fitteren produzenten verdient.

    zu thema goldkehlen bei “shrek”: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument.html?id=51955615&top=SPIEGEL&suchbegriff=antonio+banderas&quellen=%2BBX%2CWIKI%2C%2BSP%2C%2BMM%2CALME%2C%2BMEDIA&vl=0

    siehe http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument.html?id=51955615&top=SPIEGEL&suchbegriff=antonio+banderas&quellen=%2BBX%2CWIKI%2C%2BSP%2C%2BMM%2CALME%2C%2BMEDIA&vl=0

  11. kammacher schrieb:

    korrektur: fabienne hadorn spricht auch ein rölleli, sehr ich grad beim trailer. http://www.maxandco-lefilm.ch/ aber wie steif diese synchro ist..!

  12. mafli schrieb:

    Max & Co. … wer heisst heute schon noch Max. Die Figuren sind irgendwo zwischen “uncool” und “unsymphatisch” … wer soll sich damit den bitteschön identifizieren. Machart (Puppen) und Handlung ist typisch für unsere Filmindustrie … alles ist so pseudo-künstlerisch und krampfhaft tiefgründig. Die steiffe Synchronisation ist lediglich das tüpfelchen auf dem i und passt herrvorragend zum Rest dieser lächerlichen Produktion. Wie immer wollten wohl alle ein wenig mitreden und auch noch einen “kreativen Beitrag” leisten … ein typischer schweizerische Kompromiss, der letztendlich niemandem gerecht wird.