Bühne
14. April 2008
Opernhaus: Streit eskaliert
Der Streit zwischen Opernhaus-Direktor Alexander Pereira und seinem abtretenden Generalmusikintendanten Franz Welser-Möst eskaliert, wie Christian Berzins in der Zeitung “Sonntag” schreibt:
“Welser-Möst dirigierte die Generalprobe und zwei Vorstellungen [der 'Fledermaus'] – so lange brauchte man, um eine aufwändige DVD einzuspielen. Dann sagte er die weiteren Abende ab. Seinen Intendanten setzte er damit vor grosse Probleme. Eigenartig auch, dass er nicht schon früher absagte. Welser-Möst: ‘Ich dirigierte, damit es nicht zu einem Eklat kam, damit die Sänger den Zusammenhalt nicht verloren. Nun ist aber genug. Apropos DVD: Ich werde sie nie zulassen.’
Der Grund für die Absage stand schon vor einer Woche in der Kolumne von Hildergard Schwaninger: Welser-Möst gefällt die Inszenierung von Michael Sturminger nicht. Wie Berzins berichtet, habe Welser-Möst zudem herausgefunden, dass Pereira die von ihm vorgeschlagenen Wunschkandidaten für die Regie gar nicht angefragt hat. Pereira und Welser-Möst waren zuvor schon zerstritten, jetzt sind sie es noch mehr.
Wie man hört, spricht auch Ballettchef Heinz Spoerli hinter den Kulissen fast nur noch negativ über Pereira. Wenn das so weiter geht, bleiben Pereira als Verbündete bald bloss noch die Sponsoren.
Marcello schrieb:
Ich warte gespannt auf die vom VR in Auftrag gegebene Studie über die Zukunft des OHZ – mit oder ohne AP. Oder bleibt die geheim?
Geschrieben am 14. April 2008 um 18:48Uhr | Permalink
rb schrieb:
Ich habe kürzlich beim Kanton nachgefragt, da hiess es, die seien noch immer an der Arbeit. Wahrscheinlich wird das Beratungsunternehmen mehrere Varianten durchrechner (Staggione, Repertoire mit weniger Premieren etc.) und dem Kanton vorlegen. Ob diese Studie dann öffentlich wird, weiss ich nicht.
Meine Theorie ist ja: die Beratungsfirma wird mehrere tolle Varianten ohne AP präsentieren und der Kanton entscheidet sich dann trotzdem für AP…
Dass man ihn zwar nicht mehr für eine ganze Amtszeit aber immerhin für ein zwei Jahre weiterbeschäftigen wird, um mehr Zeit für die Nachfolge zu gewinnen, halte ich für sehr wahrscheinlich.
Geschrieben am 15. April 2008 um 09:42Uhr | Permalink
Marcello schrieb:
Das befürchte ich auch. Die Zeit wird ja schon langsam knapp und wenn dann im Sommer erstmal eine Findungskommission eingesetzt wird, ist der Zug wohl schon abgefahren für 2011.
Ausserdem besteht natürlich die Gefahr, dass AP doch noch irgendwo einen GMD auftreibt und den VR damit unter Druck setzt, die Amtsdauern zu synchronisieren.
Geschrieben am 15. April 2008 um 09:54Uhr | Permalink
Marcello schrieb:
Unterdessen schreibt auch der Tagi über die Geschichte und erwähnt die Gerüchte um Daniele Gatti, der ja hier im Juni ein eiligst eingeschobenes Verdi-Requiem dirigieren wird. Aber Frau Kübler ist offenbar entgangen, dass Gatti auch von der Scala umworben wird und in München als möglicher Nachfolger von Kent Nagano genannt wird.
Geschrieben am 16. April 2008 um 10:31Uhr | Permalink
rb schrieb:
Es ist immer so, dasss wenn ein guter Mann frei ist, sich mehrere Institutionen um ihn reissen. Der Fall Franz Welser-Möst mag abschreckend für einen neuen GMD wirken, aber der Standort Zürich, ist für Opernleute offenbar sehr attraktiv, schliesslich leben in der Region sehr viele Opernstars. Mich würds nicht verwundern, wenns AP nochmals schaffen würde, eine internationale Top-Person aus dem Hut zu zaubern.
Geschrieben am 16. April 2008 um 12:52Uhr | Permalink