Kunst/Museen, Politik


Der Fall Cabaret Voltaire wird zum Fall Jean-Pierre Hoby

“Neumarkt-Direktor Wolfgang Reiter geht im Sommer sowieso, und das ist gut so”, sagt Jean-Pierre Hoby, Kulturchef der Stadt, heute in 20Minuten. Im Tages-Anzeiger meint er: “Wenn Philipp Meier das Vertrauen von unserer Seite fehlt, wäre es besser, er würde künden.” Richtig ist eher: Jean-Perre Hoby wird bald pensioniert und das ist gut so.
Seine Verdienste für die Zürcher Kultur sind unbestritten: er hat in den letzten 20, 30 Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass in der Kulturwüste Zürich eine blühende freie Szene entstanden ist. Er hat professionelle Förderstrukturen eingeführt, die noch immer sehr gut funktionieren. Aber: in letzter Zeit gebärdet er sich als Alleinherrscher, als Übervater, dem es zu gehorchen gilt, der öffentlich Disziplinarmassnahmen androht, der den Institutionen immer wieder in den Rücken fällt. Egal ob beim Cabaret Voltaire, bei der Shedhalle oder dem Theater am Neumarkt, wer sich nicht Hoby-konform verhält, muss damit rechnen, dass der Kulturchof die Institutionen öffentlich geisselt. Nicht nur das: selbst seinem Vorgesetzten, dem Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber, tanzt Hoby auf der Nase herum. Als beim Schauspielhaus Probleme auftauchten, sagte Hoby in der Zeitung grossmundig, er habe schon immer vor einer Anstellung Hartmanns gewarnt.
Hoby weiss, was gut ist für die Zürcher Kultur — und nur er. Der Fall Cabaret Voltaire ist längst zum Fall Jean-Pierre Hoby geworden. Er — nicht Philipp Meier — gefährdet die Volksabstimmung über das Weiterbestehen des Cabaret Voltaire. Wenn der Stadtpräsident noch etwas Gutes für die Zürcher Kultur machen möchte, dann schickt er Hoby möglichst rasch in die Frühpension.

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