Bühne, Kunst/Museen, Politik
18. April 2008
Sex-Casting: Neue Dimension im Fall Jean-Pierre Hoby
Vorgestern verschickte der Verwaltungsrat des Theater am Neumarkt folgende Mitteilung, gezeichnet von Thomas Wartmann, Verwaltungsratspräsident der Theater am Neumarkt AG:

Diese Stellungnahme mutet etwas gar seltsam an, schliesslich weiss Thomas Wartmann genau, dass der Verwaltungsrat gemäss Vertrag der Direktion bei künstlerischen Belangen nicht reinreden darf. Auch die äusserst abschätzige Formulierung gegenüber dem Direktor Wolfgang Reiter hinterlässt ein ungutes Gefühl.
Verschickt wurde die Mitteilung als Word-Dokument. Ein Klick auf die Dokumenteneigenschaften zeigt:
Unter ”Autor” steht nicht etwa “Thomas Wartmann”, sondern “Familie Hoby”. Dies lässt darauf schliessen: Jean-Pierre Hoby hat die Mitteilung selber geschrieben, auf seinem privaten Computer — und darunter den Namen Wartmann gesetzt.
Dass sich einige Kulturleute erdreisten, seinen Weisungen nicht umgehend Folge zu leisten, scheint Hoby dermassen in Rage zu bringen, dass ihm sämtliche Mittel recht sind. Zwar sitzt Hoby auch im Verwaltungsrat der Theater am Neumarkt AG und Thomas Wartmann dürfte vor dem Versand informiert worden sein, doch wirkt dies sehr nach eigenmächtigem, von Ressentiments geleitetem Handeln.
Zum Thema:
Der Fall Cabaret Voltaire wird zum Fall Jean-Pierre Hoby

Zappadong schrieb:
Nun, das artet ja in wackere Realsatire aus.
Geschrieben am 18. April 2008 um 08:05Uhr | Permalink
Michael schrieb:
Gut gebrüllt, (Zürcher) Löwe!
Geschrieben am 18. April 2008 um 08:31Uhr | Permalink
unkultur schrieb:
Autsch, was für ein peinlicher Anfängerfehler! Überhaupt, die Mitteilung als Word zu senden statt als geschütztes PDF, und dann die Eigenschaften nicht anzupassen… Wirkt auf mich fast, als WOLLTE er entlarvt werden.
Geschrieben am 18. April 2008 um 08:50Uhr | Permalink
ensuite schrieb:
SUPER! Solche Geschichten liebe ich. Die Verwaltungsratsdebatte hatten wir im Januar-ensuite bereits angesprochen. In Bern gab’s einen ähnlichen Übergriff mit dem Stadttheater und dem Kanton Bern (kann auf unserer Webseite im Archiv nachgelesen werden…).
Gratuliere also für diesen Fundus!
Und Absicht war das nicht, denn man vergisst immer wieder, dass jede Datei einen Fingerabdruck hinterlässt…
Geschrieben am 18. April 2008 um 13:02Uhr | Permalink
bugsierer schrieb:
man staunt und wundert sich.
saftladen.
Geschrieben am 20. April 2008 um 18:05Uhr | Permalink
fastkultur schrieb:
Neeee, das darf nicht wahr sein. Zwei Wochen in den Ferien mit freiwilliger kulturblog.ch-Abstinenz und dann versäume ich das absurdeste Kulturpolitiktheater, das in dieser Stadt seit langem gegeben wurde. Die Familie Hoby! Dass Katherina die Strenge dem lieben Jean-Pierre zu Hause die Hölle heiss macht, sollte uns nichts angehen, aber dass sich nun auch Guido Magnaguagno und Thomas Wartmann den reformierten Moralpredigten beugen? War da im kulturblog nicht irgendwann einmal was von Rücktrittsforderungen zu lesen ….
Geschrieben am 22. April 2008 um 22:15Uhr | Permalink
Pavel schrieb:
well done, dear! x
Geschrieben am 23. April 2008 um 18:08Uhr | Permalink
fastkultur schrieb:
Wenn Pius Knüsel kulturblog.ch liest, dann liest ihn wohl auch Guido Magnaguagno. Knüsel steht Rede und Antwort. Und Magnaguagno? Verschanzt sich in der CV-Trägervereinssitzung hinter gepolsterten Türen! Ein Mann, der ein Museum für zeitgenössische Kunst leitet, ist zu feige, öffentlich seine Entscheidung zu argumentieren? Schickt Katherina und Jean-Pierre Hoby vor? Armutszeugnis.
Geschrieben am 24. April 2008 um 00:26Uhr | Permalink
rb schrieb:
Es ist Pius Knüsel hoch anrechnen, dass er sich auf einer solch kleinen Plattform äussert und Stellung bezieht, das ist alles andere als selbstverständlich.
Ob Herr Magnaguagno kulturblog.ch liest, weiss ich nicht — es ist wohl auch eine Generationenfrage, ob jemand das Medium Internet als ernsthafte Diskussionsplattform überhaupt wahrnimmt.
Geschrieben am 24. April 2008 um 10:38Uhr | Permalink
dietmar seiler schrieb:
und wer wurde heute im “storchen” gesehen, heiter im gespräch vertieft? jean-pierre hoby und maggie tapert, die sextherapeutin… hoffentlich informiert niemand 20 minuten…
Geschrieben am 27. Mai 2008 um 10:06Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
…
Geschrieben am 27. Mai 2008 um 13:58Uhr | Permalink
fastkultur schrieb:
wird das nächste sexcasting nun im stadthaus stattfinden oder hat sich hoby als “hingebungsvoller” kandidat für das nächsten casting im cabaret voltaire beworben?
Geschrieben am 27. Mai 2008 um 16:36Uhr | Permalink