Schweizer Buchpreis: Noch eine Auszeichnung
Gestern mokierte sich die FAZ über die Literaturpreisflut im deutschsprachigen Raum — und an dem selben Tag melden der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband SBVV und der Verein Literaturfestival Basel, dass im November erstmals ein “Schweizer Buchpreis” verliehen wird, dotiert mit 50′000 Franken.
Die FAZ meint zu den vielen Preisen:
“Hunderte von öffentlichen und privaten Literaturpreisen nämlich sind auf die deutschsprachige Literatur niedergegangen, haben sie sanft unter sich begraben. Meldung um Meldung sendet ein Literaturredakteur in den Orbit, manchmal fünf am Tag. Sie verstopfen nicht nur den Stehsatz.”
Auch ich hatte mir schon überlegt, wie lange man bei einer Tageszeitung in den Kurzmeldungen täglich eine erfundene Preisvergabe mit einem erfundenen Preisträger vermelden könnte, bis es jemand merkt. Wahrscheinlich mehrere Jahre.
Zurück zum Schweizer Buchpreis. Da hinter der Vergabe der Verband steckt, so ist das Ziel des Preises wohl nicht nur, einen verdienten Autoren auszuzeichnen; die Verleihung soll wohl auch Promotionszwecken dienen. Dasselbe machen auch die Filmleute mit dem Schweizer Filmpreis oder die Bühnensparten mit ihrem Preisen.
Am besten wäre, all diese nationalen Kulturpreise zusammenzulegen und an demselben Galaabend zu vergeben, der vom TV übertragen wird. Damit wäre allen gedient: die Beachtung wäre für alle höher und die lastige Preisverleiherei auf einen Tag pro Jahr beschränkt.
Zappadong schrieb:
Na, wenigstens ist das eine anständige Preissumme!
Geschrieben am 1. Mai 2008 um 14:21Uhr | Permalink
Hanspeter Gautschin schrieb:
Hechl, hechl… wie komm’ ich an diese Preissumme?
Geschrieben am 1. Mai 2008 um 17:26Uhr | Permalink
rb schrieb:
Wer gewinnt den Preis? Wahrscheinlich wirds ein Duell zwischen Lukas Bärfuss und Peter Stamm. Ich tippe auf Bärfuss, sein Roman war der bisher meistdiskutierte, zudem darf er auf einen Debutantenbonus hoffen.
Geschrieben am 1. Mai 2008 um 18:44Uhr | Permalink
Claudio schrieb:
Das wird tatsächlich spannend werden, wer diesen Preis gewinnt. Was die FAZ schreibt, ist gut nachvollziehbar. Mit dem Galaabend und Übertragung im Fernsehen, die hier vorgeschlagen wird, ist der Qualität der Literatur aber auch nicht geholfen.
Geschrieben am 1. Mai 2008 um 22:36Uhr | Permalink
Zappadong schrieb:
Wer immer diesen Preis gewinnt: Mit dem Geld, das er / sie erhält, lässt es sich eine Weile leben – und schreiben.
Zudem setzt man mit einem solchen Preisgeld auch ein Zeichen, gibt dem Autor / der Autor Bedeutung und damit – hoffentlich – auch eine Medienplattform, nicht nur in der Schweiz sondern auch im Ausland.
Ich freue mich schon auf den ersten Preisträger / die erste Preisträgerin. rb hat ja schon einmal zwei sehr würdige mögliche Anwärter erwähnt.
Geschrieben am 2. Mai 2008 um 08:58Uhr | Permalink
BösFux schrieb:
Eine auch m.E. sehr plausible Prognose von rb. Wenn ich dann – im Kontext eines sich mit Literatur, mithin auch mit Sprache befassenden Blog-Eintrags – aber doch noch etwas klugscheissern darf: Das Substantiv “Autor” wird im Akkusativ und Dativ nicht flektiert… Also: “einen verdienten Autor auszeichnen”. (Nein, ich bin weder Deutsch- noch sonst ein Lehrer…)
Geschrieben am 2. Mai 2008 um 16:11Uhr | Permalink