Bühne


Absolut Züri: Ganz Soap

Glück und Leid, Geldsegen und Pleite – alles liegt ganz nah beieinander in der zweitletzten Folge von Absolut Züri. Genau so, wie es bei einer Soap sein muss. Emotionen und Pointen folgen Schlag auf Schlag, alles aalglatt und unterhaltsam; im Gegensatz zu einigen Folgen zuvor wird auf theatrale Mittel wie Wiederholungen, Zeitsprünge oder Verfremdungen fast vollständig verzichtet.
Zum zweiten Mal hat Alexander Seibt den Text geschrieben, nachdem bei seinem ersten Versuch der Trübsal noch vorherrschte, hat er diesmal genregerecht die emotionalen Hochs und Tiefs ausgeglichen verteilt. Einige seiner Textpassagen, zum Beispiel wenn Helena mit einem jungen Schwulen über Eisprünge spricht, sind brillant. Andreas Storms Regie bleibt konventionell, solides Handwerk.
Der Spielort, das Migros Restaurant am Limmatplatz, drängt sich keineswegs auf, die Handlung spielt in einem Spital. Sehr gut macht sich hingegen der Gaststar: Die Bernerin Birgit Steinegger als Ärztin passt hervorragend zu Absolut Züri (oder Absolut Züri zu ihr), mit ihrer schnippischen Art wickelt sie jeden noch so coolen Techno-Typen um den Finger.
Noch ein Hinweis: Am 31. Mai gibts alle 8 Absolut Züri Folgen in einem 12-Stunden-Theatermarathon in der Toni-Molkerei zu sehen.

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