Bühne, Sonstiges


EM & Pereira: unnötig geschimpft

Schon Monate vor dem Anpfiff zur Europameisterschaft schimpfte Opernhausdirektor Alexander Pereira über den Anlass. Er fürchtete, die Operngänger würden durch die Fans gestört. Und überhaupt, die Stadt habe keine Ahnung, mache alles falsch. Nach den ersten Spieltagen die Entwarnung: die neuen Lärmschutzfenster nützen, selbst beim grössten Torjubel höre man im Opernhaus nichts; Pereira besuchte sogar ein Spiel im Letzigrund. Und das Erstaunlichste: die EM habe keinerlei Auswirkungen auf den Kartenverkauf. “Sogar bei den Spielen der Schweiz wurden nicht weniger Karten verkauft als sonst”, sagt Pressesprecherin Nadia Stefanizzi.
Vorsorglich mal zu klagen hat in der Kulturbranche ebenso System wie bei den Bauern: so stellt man sicher, dass jedmöglicher Einnahmeausfall vom Staat gedeckt wird. 

Nachtrag: Anders ergeht es dem Schauspielhaus, im Pfauen ist ein klarer Zuschauerrückgang zu verzeichnen; an den zwei Abenden, an denen die Schweiz spielte, mussten die Vorstellungen gar abgesagt werden. Im Schiffbau dagegen, weit weg von der Fanzone, spürt man nichts von der EM, im Gegenteil, die Vorstellungen seien sehr gut besucht (dort laufen zurzeit auch die guten Produktionen).

Zum Thema:
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Kommentare (4) zu “EM & Pereira: unnötig geschimpft”

  1. philipp meier schrieb:

    obwohl auch das cabaret voltaire mitten in einer fanmeile liegt, hatten und haben wir nichts zu befürchten; im gegenteil: rumänien ist ein dada-stammland (u.a. marcel janco & tristan tzara), weshalb «wir» noch im em-rennen sind, im gegensatz zur schweiz.
    und hier schon mal ein kleiner teaser zur abstimmung vom 28.9.: die jährlichen subventionen des cabaret voltaire, über die dank der svp höchstdemokratisch abgestimmt werden darf, beträgt in etwa so viel, wie für die obenstehenden 3-wochen-euro08-opernhaus-schallschutzfenster ausgegeben wurde.

  2. alberich schrieb:

    …pereira, der alte fuchs, profitierte von der euro. Die schallschutzfenster, die er schon lange wollte, erhielt er von der stadt geschenkt. kosten: 150 000 Franken.

  3. philipp meier schrieb:

    oke…, ich nahms in etwa so genau mit den zahlen, wie jeweils die svp. somit war dieses geschenk an das opernhaus nur die hälfte eines jahresbeitrages der stadt ans cabaret voltaire.

  4. rb schrieb:

    Was man aus dem Zuschauerverhalten schliessen könnte: Openliebhaber mögen kein Fussball, Schauspielbesucher schon (und die Rumänen interessieren sich für Fussball und Dada).