Kunst/Museen
17. Juni 2008
Kunst im öffentlichen Raum: Warum nicht ein Intendant?
Die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KIöR) hat einen Leitfaden (pdf) herausgegeben, indem u.a. die Kriterien für neue Werke bzw. Umplatzierungen definiert werden:
Massgebliche Kriterien sind:
– künstlerische Qualität
– ortsbezogene Notwendigkeit und Dringlichkeit
– lokaler / nationaler / internationaler Stellenwert
– gesellschaftliche Relevanz
– ausstellungsbiografischer Hintergrund
– Förderung der hiesigen Kunstszene
– ethisch oder politisch heikle Hintergründe, Konfliktpotential
– kontextuelle Bezüge, z.B. institutionelle Partner
– Offenheit für ein lebendiges Stadtbild
– allgemeine Sicherheit
– Verträglichkeit mit anderen Veranstaltungen oder Bauprojekten am gleichen Ort oder in der Nähe
– gute Widerstandsfähigkeit (Alterung)
– exogene Einflüsse auf die Kunst (Gefährdung von aussen)
– endogene Einflüsse der Kunst (Gefährdung durch die Kunst)
– Kosten
Die Kriterien lassen viel Spielraum offen, zum Beispiel ist nicht ersichtlich, ob nun das “Konfliktpotenzial” ein Kriterium für oder gegen ein Werk ist.
Anstatt eine Kommission (“Arbeitsgemeinschaft”) ins Leben zu rufen, wäre es mutiger und interessanter gewsesen, zumindest für die temporären Werke ein Intendantenmodell einzuführen. Ein jährlich wechselnder Intendant bzw Kurator, der alleine über die ausgestellten Werke entscheidet, könnte viel eher Akzente setzen. Über die Jahre könnte man dann vergleichen, sicherlich würde es unvergessliche Intendanten geben und solche, die ein Ärgernis waren — für Gesprächsstoff wäre jedenfalls gesorgt.
Obwohl die AG KIöR gut besetzt ist (u.a mit Dorothea Strauss als Präsidentin), droht bei einer Kommissionslösung immer eine konsensbedingte Verwässerung.
Zum Thema:
Zürich: Gegenkonzepte für Teddybären
philipp meier schrieb:
konsens = gutschweizerisch (mit allen nach- aber auch vorteilen)
was wenige wissen: die verwaltungsseite verfügt in dieser arbeitsgruppe, im gegensatz zu den externen kunstsachverständigen, über eine mehrheit.
für die kunst, die ungefragt in der stadt «installiert» wird, die streetart, ist gemäss geschäftsführerin der ag kiör nach wie vor die graffiti-beauftragte zuständig (mit welchen auswirkungen ist hinlänglich bekannt…;)
ich freue mich trotzdem, dass endlich mal ein bisschen künstlerischer schwung in die geschwind überbauten ex-brauchen und feinsäuberlich aufgewerteten ex-problemquartiere kommt.
und noch was: politiker wollen wiedergewählt werden; da kommt man mit mut nicht besonders weit…;)
Geschrieben am 17. Juni 2008 um 14:31Uhr | Permalink
Pavel schrieb:
Warum nicht eine Intendantin, Rico? ;-) Px
Geschrieben am 20. Juni 2008 um 16:57Uhr | Permalink
kulTOUR schrieb:
MEHR kulTOUR!
http://www.kulTOUR.blog.ch
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Geschrieben am 27. Juni 2008 um 11:00Uhr | Permalink
edvard kunzt schrieb:
DUMMHEIT IST LERNBAR
Geschrieben am 28. Juni 2008 um 13:16Uhr | Permalink
Ticketing schrieb:
Ich halte es im öffentlichen Raum doch mal für üpberlegenswert, ob sich die Kulturpolitiker nicht auch einmal dazu durchringen können, genauere Vorstellungen davon zu formulieren, was sie für richtig halten. Auch in der Kultur kann ja eine Demokratisierung in einzelnen Bereichen mal ganz interessant sein.
Geschrieben am 8. Juli 2008 um 19:34Uhr | Permalink