Bühne


Pereiras perfekter Abgang

Foto rb
v.l. Markus Notter, Alexander Pereira, Josef Estermann, Andreas Homoki, Sir Peter Jonas

Manchmal ist kulturbloggen langweilig. Zum Beispiel jetzt bei Pereiras Abgang vom Opernhaus Zürich (Medienmitteilung). Zu perfekt wurde er inszeniert, keine Indiskretion sickerte zuvor durch, an der Lösung gibt es nichts zu bemängeln, im Gegenteil. Alles ging so professionell, so ohne Zwischentöne vor sich, dass die Journalistenschar an der Pressekonferenz schon fast ratlos war. Klar, der Verwaltungsratspräsident Josef Estermann (ohne Bart hat er eine verblüffende Ähnlichkeit mit Alexander Pereira) sprach vor allem davon, dass der Neue, Andreas Homoki, auch zum Geldauftreiben bereit ist — offenbar das wichtigste Kriterium für die Wahl, eigentlich nicht weiter erstaunlich.
Homoki gab sich locker, als einziger auf dem Podium ohne Hemd, im Polo-Shirt; nur seinem starken Schwitzen an sah man, dass er doch etwas aufgeregt ist. Pereira posierte vor Beginn der PK Arm in Arm mit Homoki, immer wieder wurde die Harmonie zwischen den beiden betont. Die Enttäuschung darüber, dass sein Vertrag bloss um ein Übergangsjahr verlängert worden ist, war Pereira kaum anzusehen. Unauffällig im Hintergrund blieb Peter Wuffli, der gefallene UBS-CEO hat sich bei dem Findungsprozess stark engagiert, seine Aufgabe als ehrenamtlicher Opernhaus-Verwaltungsrat scheint ihm über die vergangene Schmach hinwegzuhelfen. 

Keine Kommentare möglich.