Bundesanwalt Valentin Roschacher wurde nach seinem unfreiwilligen Abgang Kunstmaler. Vielleicht geht nun auch der zurückgetretene Armeechef Roland Nef unter die Künstler und macht sein Hobby, das Klavierspielen, zum Beruf. Nun ja, eine Anstellung im Opernhaus kommt wohl nicht mehr in Frage… Aber Roschacher und Nef könnten sich das Atelier, bzw. den Übungsraum teilen — und ihre Vergangenheit gemeinsam mit Berg- und anderer Romantik vergessen machen.
Just wenn hier wegen der Sommerflaute und anderweitigem Engagement nicht viel läuft, bringt DRS2aktuell einen Beitrag über kulturblog.ch… Ein Dankeschön nach Basel.
Gegründet hatte es Felix Rellstab als “Theater am Neumarkt”, unter den Direktoren Crescentia Dünsser und Otto Kukla wurde es zum “Theater Neumarkt”, deren Nachfolger, Wolfgang Reiter, nannte es wieder “Theater am Neumarkt”. Ab kommender Spielzeit, unter Barbara Weber und Rafael Sanches, wird es erneut zum ”Theater Neumarkt” umbenannt, wie der provisorischen Homepage zu entnehmen ist. Am dran, am ab – was solls.
Die Stadt Zürich baut bei den Kultursubventionen weiter aus, wie letzte Woche vermeldet wurde. Für die Periode 2009 bis 2012 beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat eine ganze Reihe von Subventionserhöhungen. Bereits im Januar stimmte der Gemeinderat einer Tranche von Subventionserhöhungen zu, einige Wenige erhielten gleichviel wie bisher, Kürzungen musste niemand befürchten, egal wie gut oder schlecht gearbeitet wurde – ausser das Cabaret Voltaire, an dem SVP und FDP ein Exempel statuieren möchten.
Kulturchef Jean-Pierre Hoby möchte es sich in seinen letzten Jahren vor der Pensionierung mit niemandem mehr verscherzen. Allen ein bisschen mehr zu geben ist gemütlicher als Prioritäten zu setzen und für gewisse Institutionen auch mal einen schmerzhaften Entscheid zu treffen. Nach seinem Abtritt, wenn die Steuerausfälle durch die gebeutelte UBS so richtig spürbar werden, könnte für einige, die sich heute über den Geldsegen freuen, die Subventionsblase platzen.
Wettbewerb ohne Sieger: Keine Kunst am Bau im Stadthaus
Letzten Sommer hatte die Stadt einen Ideenwettbewerb für Kunst am Bau im Stadthaus ausgeschrieben. 80 Ideen wurden eigereicht, zehn wurden ausgezeichnet, drei davon hätten einen Projektauftrag erhalten sollen. Auf wundersame Weise erhielten dann fünf einen Projektauftrag, einige Künstler sprachen schon damals von merkwürdigen Vorgängen in der Jury. Auffallend auch: Obwohl der Wettbewerb international ausgeschrieben wurde, stammten die fünf Finalisten alle aus der Stadt Zürich. Die eingereichten Projekte konnte man letzten Dezember im Stadthaus ansehen. Damals hiess es: “Aus diesen fünf Studienaufträgen wird das Siegerprojekt voraussichtlich im Frühling 2008 ermittelt.”
Doch daraus wird nichts. Die Stadt lässt das Projekt ”res publica” fallen. ”Die Jury hat entschieden, kein Projekt zur Umsetzung vorzuschlagen”, bestätigt Karin Frei Bernasconi vom Amt für Hochbauten. Über die Gründe sagt sie nichts. Haben die Stadtoberen plötzlich den Mut verloren? Ist zeitgenössische Kunst ungeeignet für ein altehrwürdiges Stadthaus? Konnten sich die Verantwortlichen das nicht vor der Ausschreibung des Wettbewerbs überlegen? Wie man hört, habe es innerhalb der Jury und bei den Projektverantwortlichen einigen Knatsch gegeben.
Eigentlich wäre noch eine zweite Ausstellung mit den weiterentwickelten Projekten vorgesehen gewesen, obs die geben wird, ist ebenso unbekannt, wie was mit den vorgesehenen 200′000 Franken für das Siegerprojekt passiert.
Die beteiligten Künstler sind noch nicht informiert worden, sie wissen von der Absage des Projekts einzig vom Hörensagen.