Kunst/Museen


Wettbewerb ohne Sieger: Keine Kunst am Bau im Stadthaus

Letzten Sommer hatte die Stadt einen Ideenwettbewerb für Kunst am Bau im Stadthaus ausgeschrieben. 80 Ideen wurden eigereicht, zehn wurden ausgezeichnet, drei davon hätten einen Projektauftrag erhalten sollen. Auf wundersame Weise erhielten dann fünf einen Projektauftrag, einige Künstler sprachen schon damals von merkwürdigen Vorgängen in der Jury. Auffallend auch: Obwohl der Wettbewerb international ausgeschrieben wurde, stammten die fünf Finalisten alle aus der Stadt Zürich. Die eingereichten Projekte konnte man letzten Dezember im Stadthaus ansehen. Damals hiess es: “Aus diesen fünf Studienaufträgen wird das Siegerprojekt voraussichtlich im Frühling 2008 ermittelt.”
Doch daraus wird nichts. Die Stadt lässt das Projekt ”res publica” fallen. ”Die Jury hat entschieden, kein Projekt zur Umsetzung vorzuschlagen”, bestätigt Karin Frei Bernasconi vom Amt für Hochbauten. Über die Gründe sagt sie nichts. Haben die Stadtoberen plötzlich den Mut verloren? Ist zeitgenössische Kunst ungeeignet für ein altehrwürdiges Stadthaus? Konnten sich die Verantwortlichen das nicht vor der Ausschreibung des Wettbewerbs überlegen? Wie man hört, habe es innerhalb der Jury und bei den Projektverantwortlichen einigen Knatsch gegeben. 
Eigentlich wäre noch eine zweite Ausstellung mit den weiterentwickelten Projekten vorgesehen gewesen, obs die geben wird, ist ebenso unbekannt, wie was mit den vorgesehenen 200′000 Franken für das Siegerprojekt passiert. 
Die beteiligten Künstler sind noch nicht informiert worden, sie wissen von der Absage des Projekts einzig vom Hörensagen.

Kommentare (6) zu “Wettbewerb ohne Sieger: Keine Kunst am Bau im Stadthaus”

  1. unkultur schrieb:

    Es ist schon erstaunlich, dass man bei der Stadt noch immer noch begriffen hat, dass alles, was man dort bespricht, sofort an der Öffentlichkeit geht – eben zur “Res publica” in ihrer ursprünglichen Form wird.

  2. unkultur schrieb:

    ähm: “noch immer nicht begriffen hat”, natürlich.

  3. Lukrezia Pistol schrieb:

    Nun, man teile die 200′000 durch die 5 Finalisten, damit ist die Sache gegessen. Die Stadt sollte sich schliesslich das Hirnschmalz seiner Künstler auch etwas kosten lassen.

  4. philipp meier schrieb:

    @rb: warst du nicht bei brotäktschen…?

  5. unkultur schrieb:

    @philipp meier: Kulturblog/rb scheint in den Sommerferien zu sein… Aber via Kommentarfunktion kann ja jeder, der mag, an dieser Stelle über Brotäktschen einen kleinen Bericht, eine Analyse oder was auch immer aufschalten ;-)

  6. rb schrieb:

    Richtig bemerkt, ich war in der Ferien. Jetzt aber wieder zurück…