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Kongresshaus: Unrealistischer Vorschlag aus schlechtem Gewissen

Aus Missgunst haben einige einheimische Architekten das Kongresshaus von Moneo bekämpft – über ihren Erfolg waren sie wahrscheinlich selbst überrascht. Offenbar ist ihnen nicht mehr ganz wohl in ihrer Haut, deshalb kommen sie jetzt mit einem gut klingenden, aber völlig unrealistischen Vorschlag: Aus dem alten Kongresszentrum ein Kulturzentrum zu machen. Man nehme das Wort Kultur in den Mund — das wirkt immer nach einer hehren Absicht, mögen sich die Architekten gedacht haben.  
In Zürich ein weiteres grosses Kulturzentrum zu etablieren ist etwa so realistisch, wie ein Becken für einen zweiten See auszuheben. Man sehe nur, wieviel Mühe schon die bestehenden Häuser haben, zu mehr Subventionsgeld und Besuchern zu kommen. Vor der Erneuerung des Theater 11 hätte man noch sagen können, man könnte das kommerzielle Theater von Oerlikon in an den attraktiven Standort in die Stadt holen — aber dafür ist es zu spät.
Jedenfalls: Mit einem solchen Vorschlag werden die Verhinderer-Architekten den Schaden nicht wettmachen können, den sie angerichtet haben.

Kommentare (5) zu “Kongresshaus: Unrealistischer Vorschlag aus schlechtem Gewissen”

  1. philipp meier schrieb:

    ähm…, hier eine gegenthese zu deinem eingangssatz: es waren (fast) alle einheimische architekten (und nicht nur einige) und davon waren wiederum eine minderheit von missgunst getrieben. kleiner tipp: gehe mal mit deinem neuen «kollegen» (i know, du hast nun viiiiele neue arbeitskollegen;) caspar schärer einen kafi trinken. danach wirst du vielleicht etwas differenzierter über diese vorlage berichten (wobei differenziert bekanntlich auch nicht immer spannend ist…;)))

  2. rb schrieb:

    (Fast) alle? Ich hab einige andere Stimmen aus Architektenkreisen gehört. Aber mit Caspar Schärer gehe ich auf jeden Fall gerne einmal einen Kafi trinken…

  3. jacques schrieb:

    “Rico Bandle, Leiter Kultur & Gesellschaft von Tagesanzeiger.ch”

    oh je, der tagesanzeiger wird immer dümmer. anti-kulturblog jetzt auch noch beim tagesanzeiger… schade. zum glück hat man das glattzentrum am see nicht gebaut… wenn kulturjournalisten keine ahnung von kultur haben, tja, dann ist irgendwo der neoliberale hartmeier am steuer.
    schon das cabaret voltaire hat man mit mieser architektur kapput gemacht – aber ignoranz wird heute ja mit Beförderung belohnt. In diesem Sinne herzliche Glückwünsche!

  4. ib schrieb:

    jacques, Ignoranz gepaart mit Frechheit führen zu Ihrem Kommentar. In diesem Sinn erspare ich mir die Glückwünsche.

  5. Kulturmarketing schrieb:

    Es ist schon traurig zu sehen, dass diese Variante der Kulturzerstörung scheinbar in jeder Stadt zu klappen scheint.
    Mitte der neunziger Jahre war es auch in Berlin ein beliebtes Spiel, nach immer neuen Subventions-Objekten zu rufen, um dann, wenn der Rahmen völlig überspannt war noch einmal richtig sparen zu können. Wehren Sie sich frühzeitig gegen solche Trends.