Bühne
26. August 2008
Theater: Auf die Erweiterung folgt die Finanzkrise
Anmerkung: Aus diesem Blog-Eintrag ist ein Artikel auf tagesanzeiger.ch geworden, siehe hier.
In Basel fordert der Verwaltungsrat des Theaters 15 zusätzliche Millionen, sonst müsse bei der Qualität abgebaut, im schlimmsten Fall sogar das Ballett abgeschafft werden. In Zürich verzichtet Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann auf Neuproduktionen im Schiffbau, wegen Geldmangel. Diese Ankündigungen sind nicht bloss Druckmittel, um hoffentlich an neues Geld zu kommen, bei beiden Institutionen ist die finanzielle Lage tatsächlich besorgniserregend.
Weshalb ist das ausgerechnet beim Zürcher Schauspielhaus und beim Theater Basel der Fall? Beide Institutionen haben in den letzten zehn Jahren räumlich stark ausgebaut: das Schauspielhaus mit dem Schiffbau, das Theater Basel mit dem Schauspielhaus. Die Subventionen hielten mit dem Ausbau nicht Schritt, die Zuschauerzahlen sanken sogar.
Erst die Erweiterung, dann die finanziellen Probleme – falls dies zur Regel wird, trifft es als nächstes die Stadttheater in Bern und St. Gallen. Beide haben erst kürzlich ausgebaut, St. Gallen mit der Lokremise, Bern mit den Vidmar-Hallen. Es könnte also eine nationale Theater-Finanzkrise auf uns zukommen.
philipp meier schrieb:
@anmerkung: sehr schön! und wieso wird aus dem «zürcher protokoll: afrikan boy, rapper» kein online-beitrag?
Geschrieben am 29. August 2008 um 12:34Uhr | Permalink
rb schrieb:
Weil täglich nur eine beschränkte Anzahl Artikel aus dem Print übernommen werden. “Afrikan Boy” wäre aber ein gutes Thema für eine Übernahme gewesen – wenn die Form des “Zürcher Protokolls” nicht gewesen wäre. Solche Rubriken, Glossen etc. zu integrieren, ist schwierig, da wir sie online optisch (noch) nicht von normalen Berichten abgrenzen können.
Geschrieben am 29. August 2008 um 16:03Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
der gekreuzigte frosch und die einheizerin der madonne sind auch keine schlechten online-beiträge.
apropos madonna; für diesen samstag, 30.08.2008, beurteile ich die musikalische grosswetterlage im metropolitanraum der stadt zürich folgendermassen:
VERGANGENHEIT: Madonna (Dübendorf)
GEGENWART: Hot Chip (Winterthur)
ZUKUNFT: Afrikan Boy (Zürich)
Sie, liebe zürcherinnen und zürcher, haben die wahl.
Geschrieben am 29. August 2008 um 16:16Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
@rb: ähm…., die grafische darstellung der kommentare sind gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig…;)
Geschrieben am 29. August 2008 um 16:17Uhr | Permalink
rb schrieb:
Stimmt. Werde mich darum kümmern.
Geschrieben am 29. August 2008 um 16:35Uhr | Permalink
Sebastian schrieb:
Die Darstellung der Kommentare ist wirklich komisch. Vielleicht sollte man das Feld mit Name und Datum farbig hinterlegen.?
Geschrieben am 22. September 2008 um 17:46Uhr | Permalink
samuel schwarz schrieb:
visionär. rb hat die finanzkrise im august vorausgesehen, zwar nur die theaterfinanzkrise, aber hier sieht man wieder mal, dass das theater der realen welt voraus ist.
Geschrieben am 11. Oktober 2008 um 19:12Uhr | Permalink