Bühne


Theater: Auf die Erweiterung folgt die Finanzkrise

Anmerkung: Aus diesem Blog-Eintrag ist ein Artikel auf tagesanzeiger.ch geworden, siehe hier. 

In Basel fordert der Verwaltungsrat des Theaters 15 zusätzliche Millionen, sonst müsse bei der Qualität abgebaut, im schlimmsten Fall sogar das Ballett abgeschafft werden. In Zürich verzichtet Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann auf Neuproduktionen im Schiffbau, wegen Geldmangel. Diese Ankündigungen sind nicht bloss Druckmittel, um hoffentlich an neues Geld zu kommen, bei beiden Institutionen ist die finanzielle Lage tatsächlich besorgniserregend.
Weshalb ist das ausgerechnet beim Zürcher Schauspielhaus und beim Theater Basel der Fall? Beide Institutionen haben in den letzten zehn Jahren räumlich stark ausgebaut: das Schauspielhaus mit dem Schiffbau, das Theater Basel mit dem Schauspielhaus. Die Subventionen hielten mit dem Ausbau nicht Schritt, die Zuschauerzahlen sanken sogar.
Erst die Erweiterung, dann die finanziellen Probleme – falls dies zur Regel wird, trifft es als nächstes die Stadttheater in Bern und St. Gallen. Beide haben erst kürzlich ausgebaut, St. Gallen mit der Lokremise, Bern mit den Vidmar-Hallen. Es könnte also eine nationale Theater-Finanzkrise auf uns zukommen.

Kommentare (7) zu “Theater: Auf die Erweiterung folgt die Finanzkrise”

  1. philipp meier schrieb:

    @anmerkung: sehr schön! und wieso wird aus dem «zürcher protokoll: afrikan boy, rapper» kein online-beitrag?

  2. rb schrieb:

    Weil täglich nur eine beschränkte Anzahl Artikel aus dem Print übernommen werden. “Afrikan Boy” wäre aber ein gutes Thema für eine Übernahme gewesen – wenn die Form des “Zürcher Protokolls” nicht gewesen wäre. Solche Rubriken, Glossen etc. zu integrieren, ist schwierig, da wir sie online optisch (noch) nicht von normalen Berichten abgrenzen können.

  3. philipp meier schrieb:

    der gekreuzigte frosch und die einheizerin der madonne sind auch keine schlechten online-beiträge.

    apropos madonna; für diesen samstag, 30.08.2008, beurteile ich die musikalische grosswetterlage im metropolitanraum der stadt zürich folgendermassen:

    VERGANGENHEIT: Madonna (Dübendorf)

    GEGENWART: Hot Chip (Winterthur)

    ZUKUNFT: Afrikan Boy (Zürich)

    Sie, liebe zürcherinnen und zürcher, haben die wahl.

  4. philipp meier schrieb:

    @rb: ähm…., die grafische darstellung der kommentare sind gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig…;)

  5. rb schrieb:

    Stimmt. Werde mich darum kümmern.

  6. Sebastian schrieb:

    Die Darstellung der Kommentare ist wirklich komisch. Vielleicht sollte man das Feld mit Name und Datum farbig hinterlegen.?

  7. samuel schwarz schrieb:

    visionär. rb hat die finanzkrise im august vorausgesehen, zwar nur die theaterfinanzkrise, aber hier sieht man wieder mal, dass das theater der realen welt voraus ist.