Bühne


Krise im Schiffbau

Einbruch um 90 Prozent.

schiffbau.jpg

Hat das Schauspielhaus noch einmal Glück gehabt.

Kommentare (17) zu “Krise im Schiffbau”

  1. uertner schrieb:

    Na, lieber Bandle, so ein Post ist nur in einem postindustriellen Hedonistennest wie Zürich möglich, wo man mitten in der Finanzkrise einem Etablissement auf drei Jahre die Miete sichert, deren “Berufs-Dadaisten” zuerst weinerlich als “zweifache Väter” um ihren Job bangten (Dadaisten jammern nicht, haben keine Kinder und konvertieren mit der Reifung meist zum Katholizismus), um dann – kaum haben sie den Kredit erhalten – zum öffentlichen Verbrennen von Geldscheinen aufzurufen. Dies ist nicht mehr Dadaismus, sondern fortgeschrittene Dekadenz.

  2. Wille und Vorstellung schrieb:

    Dem Herrn, der im Besitz einer satirisch gemeinten Homepage ist, möchte ich geduldig entgegnen: Die Geldscheine, die anlässlich der Dada-Performance verbrannt wurden, stammten ausnahmslos aus Privatbesitz und nicht aus der Staatskasse. Und in dieser Performance liegt angesichts der Finanzkrise wahrscheinlich einiges mehr an kulturkritischem Potential als auf dem von Ihnen verlinkten Blog.

  3. uertner schrieb:

    Zum satirischen Potential mögen sich anhand der untenstehenden Passage aus “Wikipedia” die user dieses Blogs selber einen Reim machen:

    “Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung (Hyperbel), kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise (Bathos), verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand (Antiphrasis) und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis. Zu ihren Stilmitteln gehören Parodie, Travestie und Persiflage, zu ihren Tonfällen Ironie, Spott und Sarkasmus. Insofern sich die Satire auf eine Idealvorstellung beruft, kann sie sich auch des Pathos bedienen.”

    Ich bleibe dabei, dass die Absicherung einer Immobilienspekulation einer börsenkotierten Firma mit öffentlichen Geldern eine Torheit bleibt und dass Private, die ihr Geld in der Finanzkrise öffentlich verbrennen, solchen Unfug besser Privat machen würden (es gibt Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen, die solches nicht lassen können) als von “Künstlern” ermutigt in aller Oeffentlichkeit. Dieser “Kulturblog” schein einem gänzlich verluderten Kulturverständnis zu huldigen – von einem “Begriff” kann schon gar nicht mehr die Rede sein.

  4. philipp meier schrieb:

    apropos satire: die stadt wird nie für sinnloseres geld ausgeben, als es in den post/dadaismus zu stecken.
    und wenn wir schon dabei sind: wenn sich ein künstler mit der asche von öffentlich verbranntem geld schwarz anmalen lässt und als so genannten «schwarzer peter» die gesamten schuld der globalen finanzkrise übernimmt, dann kann das nur satire sein.
    es ist erstaunlich, wie bei diesem geld verbrennen die emotionen hoch gehen; es jedoch niemanden kümmert, wenn die leute dasselbe geld im selben lokal an der bar verprassen…; und banken ein milliardenfaches in den sand setzen. hier wird der «schwarze peter» zum «sack», den man anstelle des esels schlagen kann…;)))
    in einem punkt gehe ich mit uertner einig: die fa. swiss life könnte sich bezüglich mietkosten kulanter zeigen (wobei das keines falls heissen darf, dass dann die stadt weniger zahlen müsste….:)

  5. Fantasma schrieb:

    Geht in diesem Blog eigentlich noch was, Herr Bandle?

  6. Berlin schrieb:

    Es ist doch schön zu lesen, dass überhaupt noch jemand Geld verberennen kann. Wenn nicht in der Schweiz – wo dann?

  7. Rico Bandle schrieb:

    @Fantasma: Zurzeit ist hier tatsächlich kaum was los, wenn man schon den ganzen Tag für ein Online-Medium arbeitet, so fehlt die Motivation, auch noch den Blog zu betreuen. Wie es mit kulturblog.ch weitergehen soll, wenn überhaupt, ist noch unklar.

  8. philipp meier schrieb:

    ein lösungsvorschlag: wir befreien frau unkultur aus dem kleinen newsnetzwerkli (nicht ihr blog gemeint!) und katapultieren sie mitten in den kulturteil des grossen newsnetz’…;)))
    wenn schon, denn schon…!!!

  9. samuel schwarz schrieb:

    man weint dem kulturblog schon sehr nach…man weiss auch, wie schwer es ist, neben der haupttätigkeit noch im internet zu gärtnern. man würde vom netz gefressen, wenn man auch noch in der freizeit da rumwuseln tät. trotzdem: der kulturblog sollte unbedingt wieder erblühen. kann denn rico bandle nicht als chef des blogs an jüngere delegieren, die dann in seinem stil weitermachen? quasi den bandelschen duktus weiterpflegen, diese einzigartige mischung aus fakten und polemik. es gibt doch sicher genug hungrige kultur-fanatiker unter den jungen. den “brand” gilt es zu pflegen. “newsnetz” ist ja gut und recht , aber die innovation war der “kulturblog”! bei den theaterfuzzis ist ja mittlerweile “nachtkritik” auch zum leitmedium geworden. bandles “kulturblog” war es vor der übernahme auch.

  10. eulen schrieb:

    ist still geworden hier. schade….
    ich hoffe es war nicht ta-taktik: übernahme und ruhig-stellen? :-(

  11. Jupp schrieb:

    Ich weiß nicht, ob ich mich denn überhaupt noch in diese Diskussion einmischen soll. Zum einen weil es doch schon eine ganze Zeit her ist, dass hier der letzte Eintrag geschrieben wurde, zum anderen muss ich sagen, dass ich nicht alles verstehe, was hier geschrieben worden ist. Aber ich finde die „Angriffe“ hier sehr lustig. Ist echt schön zu lesen, auch wenn ich aus Deutschland komme, interessiere ich mich für solche Blogs doch sehr. Ich hoffe, dass bald wieder einmal ein Blog kommt.

  12. Thomas schrieb:

    Krise im kulturblog.ch

    Einbruch um 100 Prozent.

    Artikel im August: 6
    Artikel im September: 4
    Artikel im Oktober: 2
    Artikel im November: 1
    Seither: 0

    Nur eine Kreativpause? Oder doch die endgültige Stilllegung?

  13. Anonymous schrieb:

    Es ist sicher schade, keinen Ort zu haben, wo eine Diskussion über Zürcher Kultur stattfinden kann. nachtkritik.de schreibt etwa über die gestrige Premiere von “Immanuel Kant” am Schauspielhaus Zürich: “Auch ein schönes Schaukel-Schiff-Bühnenbild sorgt nicht automatisch für aufregend hohe Spielwellen. Monoton und wenig schlüssig dümpelte Matthias Hartmanns Zürcher Inszenierung des Thomas-Bernhard-Stücks ‘Immanuel Kant’ dahin”. Der lesenswerte Verriss, der gleichzeitig sehr viel über Matthias Hartmanns Regie im Allgemeinen aussagt, findet sich unter http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2294&Itemid=40. Nicht erst seit dieser Inszenierung, sondern seit Beginn seiner Intendanz in Zürich stellt sich die Frage nach dem Stand des Hauses. Dies wäre natürlich auch eine Möglichkeit für das Newsnetz. Interessant wären verschiedene Standpunkte zu diesem Thema, und zwar in Form einer Debatte, die nicht mit zwei, drei Beiträgen abzuhandeln wäre. Von Interesse wären allein schon ein paar Worte Matthias Hartmanns. Nicht dass man sich davon grosse Eigenkritik erwarten dürfte, schliesslich finden sich auch bereits positive Stimmen zur Inszenierung, die man gross zur Verteidigung zitieren könnte oder Allgemeinplätze wie denen, wie subjektiv Kritik immer ist und auch sein müsse und wie viel das Publikum wieder geklatscht habe (auch wenn viele davon dem Haus nahe stehen, wie dies auch schon in der Presse angesprochen wurde); und Schönreden gehört natürlich zum Handwerk, auch wenn es das nicht sollte. Aber was steckt hinter dem Mythos vom grossen Kulturmanager und Regisseur Matthias Hartmann, wie er oft dargestellt wird, zuletzt verstärkt in österreichischen Medien? Vielleicht könnte auch der Autor der oben genannten Kritik dazu Stellung nehmen. Leider scheint es aber so, als wäre eine solche Debatte in den Zeitungen, aber auch im Newsnetz gar nicht möglich. Oder möglich schon, aber nicht gewollt. Was man dann schlimmer finden soll, ist gar nicht so leicht zu beantworten: diesen Umstand oder das Niveau des Hauses?

  14. Rico Bandle schrieb:

    Die kulturblog.ch-Krise ist tatsächlich akut, sehr akut. Meine ursprüngliche Absicht, den Blog neben meinem Engagement beim Newsnetz weiterzuführen, hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Das kulturblog.ch-Archiv wird aber noch rege benutzt, deshalb möchte ich den Blog nicht einfach schliessen. Hat jemand eine Idee, was damit zu machen?
    Anonimous hat völlig recht: ein kritisches Forum zur Kulturszene ist wünschbar und nötig – aber auch sehr aufwändig zu pflegen (und kaum finanzierbar). Das Newsnetz, das ein sehr breites Publikum auch ausserhalb von Zürich ansprechen muss, kann eine solche Aufgabe nur sporadisch übernehmen. Aber wer weiss, vielleicht springt bald jemand in die Lücke und startet ein neuen Projekt, die Nachfrage wäre ja da.

  15. Thomas H. schrieb:

    Schliessen ist sicher keine Option. Vielleicht findest du ja zwei oder drei Nachfolger, die an dieser Stelle Debatten anregen. Da das Blog nun ins Newsnetz integriert ist, könnte das natürlich problematisch sein. Kann es wieder ausgelagert werden? Vorschlag: Neuer Eintrag mit Bitte um Ideen.

  16. j.e.korti schrieb:

    Die Krise als Chance – das neue Denken zum Erfolg

    Konkurrenzdruck, Umsatzrückgang und Gewinneinbruch sind die
    kommenden Herausforderungen für die Wirtschaft. Dazu kommen täglich
    neue Schlagzeilen zur Finanzkrise. Was wir aber jetzt brauchen ist kein
    negatives Krankjammern, sondern eine positive Aufbruchsstimmung. Die
    Sparten Handel und Gewerbe und Handwerk laden Sie sehr herzlich zur
    kostenlosen AUFTAKTVERANSTALTUNG 2009 mit dem neuen
    Powervortrag von und mit Edvard Kunzt.

    Die Krise als Chance – das neue Denken zum Erfolg
    am Montag, 26. Jänner 2009, 19.00 Uhr,
    im Austria Center Vienna,
    Saal A, Bruno Kreisky Platz 1, 1220 Wien

    Edvard Kunzt zeigt Ihnen, wie Sie Krisensituation besser bewältigen
    und darüber hinaus neue Absatzmärkte schaffen, die darauf warten, von
    Ihnen entdeckt zu werden. Er sagt: „Befreien Sie sich von Hindernissen
    der Vergangenheit – Ihre Zukunft heißt Veränderung!“

    Für Anmeldungen und weiter Infos wenden Sie sich bitte an
    gruppe.edvard.kunzt@gmx.de

  17. Anonymous schrieb:

    Aber es geht doch, wie hier zu sehen ist: http://kulturstattbern.derbund.ch. Inhaltlich entspricht es nicht ganz dem, was der Kulturblog geboten hat (nämlich eher Interna, die die oft langweilige und eingefahrene Kulturberichterstattung belebt haben), aber immerhin. Für Zürich wohl aber nicht zu haben.