Literatur


Buchmessen: Romandie gewinnt

Als die Basler vor einigen Jahren unter der Ägide von Matthyas Jenny mit der Messe BuchBasel begannen, sahen die Romands bereits ihren Genfer Salon du livre gefährdet. Die neue Buchmesse wurde in der welschen Boulevardpresse als Angriff der Deutschschweiz gegen die Romandie hochstilisiert — obwohl der Genfer Bücherjahrmarkt etwa gleich viel mit Literatur zu tun hat, wie der Club Meditérannée mit Abenteuerferien. Die Organisatoren der beiden Messen lieferten sich über die Medien eine peinliche Schlammschlacht — zum Amüsement des Rests der Schweiz.
Heute teilt die BuchBasel mit, dass wegen “mangelndem Interesse der Aussteller” die Messe nächstes Jahr nicht stattfindet. Die Romandie hat gewonnen. Einmal mehr. Im Kulturbereich ist dies der Normalfall: auch im Bundesamt für Kultur sind fast alle wichtigen Posten von Romands besetzt. Als Minderheit hat man es da offenbar einfacher – um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen, wird bei der Kultur am ehesten überkompensiert.

Literatur


Gesucht: Unbürgerliche Gedenkkultur für Niklaus Meienberg

Die Stadt will keine Gedenktafel für Niklaus Meienberg anbringen, da sich Meienberg zu Lebzeiten gegen eine “Vereinnahmung durch Formen der bürgerlichen Gedenkkultur” ausgesprochen habe. Dennoch: Zürich braucht eine Erinnerung an Meienberg, eine Aufforderung, seine Texte wieder zu lesen. Denn: Meienbergs Schreibe ist die Blog-Schreibe schlechthin — unverblümt, frech, witzig. Seine Kraft, seine Wut, seine Hartnäckigkeit sind unerreicht, dabei wäre eine solche Stimme in der heutigen Medienlandschaft nötiger denn je.
Dass mit der Absage an die Gedenktafel das Thema abgehakt ist, darf nicht sein! Eine unbürgerliche Gedenkform ist gefragt. Eigentlich wäre Philipp Meier, Leiter Postdadaismus im Cabaret Voltaire, der Experte für unbürgerliche Kultur. Was wäre für Meienberg angemessen? Etwa ein Gedenkgrafitti? Ein Videoscreen im HB, auf dem seine prägnantesten Sätze aufleuchten?
Ideen sind gefragt und dürfen in den Kommentarzeilen angebracht werden. Werde sie dann an Elmar Ledergerber weiterleiten.

Literatur


Bücher gratis ins Netz stellen lohnt sich

Der Science-Fiction-Autor und Blogger Cory Doctorow hat seinen Roman “Backup” zum gratis Herunterladen ins Internet gestellt, zugleich kann man die gedruckte Fassung im Buchhandel kaufen. Ein Buch mit einer Creative-Commons-Lizenz gratis ins Internet zu stellen, lohne sich, sagt Doctorow in der taz:

“Alle Indikatoren deuten darauf, dass man mehr Bücher mit einer Creative-Commons-Lizenz verkauft als ohne. Mein Debütroman wurde über 750.000-mal von meiner Website heruntergeladen. Es gibt etliche Übersetzungen und Visualisierungen von Fans. Derweil ist die englischsprachige Printausgabe in der siebten Auflage angekommen. Ich kann mich vor Aufträgen kaum retten, und die ganze Kampagne hat mich 0 Cent gekostet.”

Sollen also alle Autoren ihre Bücher gratis ins Netz stellen? In Einzelfällen ist dies sicherlich ein guter Marketingtrick (dank dem man unter Umständen gar einen Gratis-Beitrag auf kulturblog.ch erhält). Selbst Elfriede Jelinek hat dies gemerkt. Tun dies jedoch alle, so verpufft der Werbeeffekt. Immerhin, im Gegensatz zur Musik ist die Gratis-Internet-Strategie in der Literatur ziemlich risikofrei — kaum jemand wird auf den Buchkauf verzichten, nur weil er den Roman auch gratis auf dem Computerbildschirm lesen könnte.

Zum Thema:
Bücher wandern ins Netz

Literatur


Tim Krohn: Auslandsstipendien als Strafversetzung

Fast jede Stadt und jeder Kanton verfügt über Atelierplätze im Ausland und vergibt Auslandsstipendien. Den Künstlern einen bezahlten Arbeitsaufenthalt in einer Weltmetropole zu ermöglichen, ist eine sinnvolle Sache – würde man meinen. Nur: einige Künstler sehen das anders. Zum Beispiel der Schriftsteller Tim Krohn. Er empfindet Auslandsstipendien eher als Strafversetzung. Kürzlich sagte er auf DRS 1: 

“Ich war immer wieder weg in der letzten Zeit, das bringt der Schriftstellerberuf mit sich. Man muss Stipendien annehmen, bei denen man ein halbes Jahr in London ist, ein halbes Jahr in Rom — ich hab das auch sehr genossen aber es ist auch ein Stück weit eine Notwendigkeit, weil es dann Geld zum Arbeiten gibt. Anders ist es schwierig, Geld zu bekommen.”

Literatur


Die alte und die neue Generation der Verleger

Egon Ammann ist Verleger mit Leib und Seele, Persönlichkeiten wie er, die immer offen, voller Elan ihre Meinung kundtun, sind selten. In den vergangenen 25 Jahren hat er grossartiges für die Literatur geleistet, doch in letzter Zeit verbraucht er viel Energie, um über die Schwierigkeiten in der Literaturbranche zu klagen. Auch an der Frankfurter Buchmesse soll er laut St. Galler Tagblatt einmal mehr lautstark über den “visionslosen magistralen Entscheid” zur Abschaffung der Buchpreise gewettert haben.
Anders Peter Haag vom Kein & Aber Verlag. Er begrüsst die Abschaffung der Buchpreisbindung, anstatt auf staatliche Regulation setzt er auf ein innovatives, immer wieder überraschendes Programm. Was Schawinski früher in der Medienszene war, ist Haag heute in der Literatur; jetzt spannen die beiden sogar zusammen.
Egon Amman steht für die alte Generation der Verleger, Peter Haag für eine neue — es wird spannend, mitzuverfolgen, wie sich ihre Verlage weiterentwickeln werden.

Zum Thema:
Kein & Aber: Dreamteam Schawinski / Haag

Literatur, Politik


Peter Stamm als Nationalratskandidat

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Schriftsteller Peter Stamm kandidiert für den Nationalrat. Allzu ernst nimmt er es mit der Kandidatur allerdings nicht: Er ist weit hinten auf der Liste der Grünen platziert, auf Smartvote.ch hat er keine Fragen zu seiner Person beantwortet (leider auch nicht über seine Lieblingslektüre), auf seiner Homepage steht über seine Kandidatur überhaupt nichts geschrieben.
Als Schriftsteller und Dramatiker ist Stamm mittlerweile international anerkannt — zu recht. Über sein politisches Engagement fällt mir eine Episode beim “Blick” ein, als wir für die Kulturseite nach der Wahl Christoph Blochers in den Bundesrat eine Stimme eines Kulturschaffenden suchten. Peter Stamm schrieb einen Text, in dem er dermassen auf Blocher eindreschte — insbesondere auch auf dessen Geschäftsgebaren –, dass der Text selbst für den Blocherfeindlichen “Blick” nicht publizierbar war. Aus aktuellem Anlass sollte man den Text eigentlich wieder hervorholen; ich habe keine Ahnung, ob der noch irgendwo existiert. Dass Stamm kaum Chancen auf eine Wahl hat, ist keineswegs bedauerlich: mit seinen Extrempositionen kann er schreibend ohnehin mehr bewirken als im Bundeshaus — wenn seine Texte veröffentlicht werden…

Literatur


Muss Diogenes sparen?

“Diogenes hat seinen Empfang einfach so abgesagt.” Der Tagesspiegel-Journalist scheint sichtlich Enttäuscht darüber, an der Frankfurter Buchmesse eine Gratis-Trink-Möglichkeit weniger zu haben. Doch weshalb hat Diogenes diese traditionelle Feier storniert? Muss der erfolgsverwöhnte Zürcher Verlag sparen, wie der Tagesspiegel vermutet? Oder wollte Diogenes auf Anregung seines (zurzeit einzigen) Bestsellerstürmers Paolo Coelho aus der Cüpli-Party einen Meditationsanlass machen – worauf das Ganze mangels Anmeldungen abgeblasen werden musste? 

Literatur


Kein & Aber: Dreamteam Schawinski / Haag

Screenshot SF
Bereits beim Verkaufsstart von Roger Schawinskis Buch “Die TV-Falle” machten Kein & Aber- Verleger Peter Haag und Schawinski in einem 10vor10 Beitrag den Eindruck, als seien sie ein eingespieltes Team. Jetzt spannen die zwei Sunnyboys stärker zusammen. Roger Schawinski steigt als Aktionär bei Kein & Aber ein und wird Verwaltungsratspräsident.
Schon jetzt ist Kein & Aber einer der innovativsten und interessantesten Verlage im deutschsprachigen Raum. Sein Kabarett/Humor-Programm ist unübertroffen; wie er Truman Capote oder Flann O’Brien pflegt und in ganzen Serien liebevoll übersetzt und neu herausgibt, ist eine grossartige Leistung.
Wenn Peter Haag bei einem Bier erzählt, wie er den schwer betrunkenen Harry Rowohlt per Telefon durch die Wohnung lozt, so spürt man in jedem Satz seine Leidenschaft, seinen vollen Einsatz für seine Autoren und Übersetzer. 
Mit der Erhöhung des Aktienkapitals will Kein & Aber weiter expandieren. Vom Dreamteam Haag/Schawinski darf man Grosses erwarten.

Literatur, Sonstiges


Piero-Verärgerer Gion Mathias Cavelty: Suhrkamp-Autor als Blick-Journalist

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Einen fulminanten Auftakt hat Schriftsteller Gion Mathias Cavelty beim Blick hingelegt: ein demolierter Eingang und wahrscheinlich die höchste Auflage des Jahres hat sein Artikel seinem neuen Arbeitgeber beschert. Nicht schlecht. Und doch: Cavelty als Gesellschaftsreporter beim Blick — das ist ein grosser Irrtum.
Seine Romane veröffentlicht er im renommierten Suhrkamp Verlag, seine Literatur-Shows sind legendär. Zugegeben: Ich habe noch keinen seiner Romane gelesen. Aber sonst viele Texte von ihm, zum Beispiel in der Weltwoche. Cavelty ist ein Zyniker, einer, der gar nicht anders kann, als Leute auf die Schippe zu nehmen. Erst recht irgendwelche Cervelat-Promis. Er zeigt Abgründe und Absurditäten auf, meist sehr direkt. Wenn man ihn kennt, ist das kein Problem, im Gegenteil, ich freue mich jeweils auf die Cavelty-Texte. Doch wenn man ihn nicht kennt? Wenn er keine Kolumne oder sonst ein literarisches Gefäss hat, sondern sich als normaler Blick-Reporter tarnt? Nein, dann geht es nicht. So wird er immer missverstanden werden. Deshalb gebe ich Cavelty nicht mehr lange beim Blick. Leider. Doch Cavelty wirds verkraften. Und aus der Blick-Redaktion wird er bestimmt genügend Stoff für viele weitere Texte mitnehmen können.

Literatur


Sprachverfall: Adolf Muschg vs. Urs Widmer

Der Schriftsteller Adolf Muschg hielt letztes Jahr am Historikertag in Konstanz eine Rede, deren Kernbotschaft es war, die Mundart verkomme immer mehr zu einer ”McSprache”:

“Viele Jugendliche sprechen heute ein – wie überall mit englischen Brocken versetztes – Abkürzungs-idiom, das als ’schweizerisch’ nur noch an seiner Phonetik zu erkennen ist, an Syntax und Wortschatz nicht mehr – von dem besonders reich gewesenen Modusgebrauch der älteren Mundart ganz zu schweigen.
Es wird mir an diesem Punkt nicht ganz leicht, ein Wort wie ‘Sprachverfall’ zu meiden. Einem neutralen Sprachforscher fiele es wohl nicht schwer, auf dieser neuen Stufe der Kommunikation ein faszinierendes Ausdrucksrepertoire auszumachen. Aber auch er würde wohl nicht leugnen, dass diese Sprache mit derjenigen, ‘die für dich dichtet und denkt’, nichts mehr gemein hat. Wie sollte sie Respekt vor etwas haben, was sie nicht kennt?” (Quelle: Tages-Anzeiger)

Heute sagt sein Berufskollege Urs Widmer im St. Galler Tagblatt:

“Wissen Sie, ich habe ein Verhältnis zur Sprache, das nicht moralisiert. Die Sprache tut, was sie tut. Und ich schaue zu, was sie tut, verwende das manchmal eins zu eins, aufrichtig, und manchmal mit kritischer Ironie. Aber die Sprache hat immer recht. Ich bin gegen Sprachkämpfe, gegen Vorwürfe, dass zu viele englische Wörter gebraucht würden, zu wenige französische, dass wir unsern Dialekt pflegen sollten. Ich bin einer, der wie ein Korken auf dieser Sprache schwimmt und dabei seinen wachen Kopf gebraucht.”

Die beiden Zitate sagen mehr über den Charakter der zwei Schriftsteller aus als über das Wesen der Sprache. Auf der einen Seite ist da der Moralist, der Warner, auf der anderen der wache, auch zur Ironie bereite Beobachter. Keine Frage, wer mir sympathischer ist. Obwohl, bei Adolf Muschg habe ich oft das Gefühl, dass er im tiefsten Innern gar nicht so ist, wie er sich gibt. Sondern jemand, der in seiner ganzen Liebe fürs Detail heimlich den gesellschaftlichen und sprachlichen Wandel neugierig und freudvoll miterlebt. Doch die Verlockung, im Moralisten-liebenden Deutschland zur obersten Liga jener zu gehören, die das ‘Gewissen der Nation’ genannt werden, verleitet ihn dazu, bei jedem Thema die Stirn zu runzeln und den Mahnfinger zu heben.

Literatur


Nur Trivialliteratur

Foto rb
Die aussergewöhnlichste Buchhandlung Zürichs befindet sich an der Kalkbreitestrasse 84 in Wiedikon. Im SammelPunkt, dem “Antiquariat für Trivialliteratur” erhält man alles, wovon Deutschlehrer Hautausschläge kriegen: Comics, Kioskromane, Science Fiction. Tausende von Bücher, alle feinsäuberlich sortiert, wertvolle Exemplare sind in Plastik-Hüllen gesteckt. Von Wilhelm Busch über Perry Rhodan bis zum Lustigen Taschenbuch ist alles vorhanden, zum Teil sogar in der Erstauflage, nicht selten kostet ein Buch 50 Franken und mehr. Seine Kundschaft komme aus ganz Europa, sagt der freundliche Besitzer. Nur: hier ist alles so blitz-blank aufgeräumt, dass man es kaum wagt, ein Buch aus dem Regal zu ziehen.
Überhaupt scheint die Trivialliteratur langsam zur Hochkultur aufzusteigen, in Solothurn gibt es ein “Kabinett für sentimentale Trivialliteratur”, laut Homepage “Ein Museum über Frauenliteratur von der Französischen Revolution bis zum 20. Jahrhundert”. Vielleicht muss man den Buchumschlag bald nicht mehr verschämt abdecken, wenn man im Zug einen Landarztroman liest…

Literatur


Zettelwirtschaft

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Mein hoch geschätzter Kein & Aber Verlag hat mir das “Absender unbekannt”-Buch zugestellt, ein wunderbarer Katalog gefundener Notizzettel. Jedes Fundstück bietet einen Türspalt breit Einblick in eine Lebenstragödie, einen emotionalen Ausbruch oder eine normale Alltagsmühe. Der Türspalt ist jedoch schmal genug, auf dass die Phantasie zu immer wieder neuen Höhenflügen animiert wird. Beispiele für gefunde Zettel, Mitteilungen und Briefe auf www.absender-unbekannt.de.
Die Fundstücke stammen grösstenteils aus den USA und wurden dort bereits veröffentlicht, “Absender unbekannt” ist bloss eine Übersetzung. Die Zettel sind jedoch dermassen liebevoll deutsch rekonstruiert, dass man davon kaum etwas merkt. So frage ich mich: wie haben die das gemacht? Hat Kein & Aber-Chef Peter Haag mal alle seine Mitarbeiter, inklusive deren Kinder und Grosseltern, zu sich nach Hause eingeladen — und alle mussten Zettel abschreiben? Oder gibt es Schreibstuben, die auf die Rekonstruktion von Alltags-Handschriften spezialisiert sind?
Für die nächste Ausgabe von “Absender unbekannt” stellt sich diese Frage nicht mehr. Kein & Aber hat im deutschsprachigen Raum zum Zettelsuchen und -einsenden aufgerufen.

Literatur


Dopinggeständnisse der Schriftsteller

Der Radsport war nur der Anfang, jetzt breitet sich der Dopingsumpf bis in die Literatur aus. Auf www.literaturport.de legt eine ganze Schar von Schriftstellern ein Geständnis ab. Sollen ihnen ihre Werke nun aberkannt werden? Vielleicht wird es in Zukunft vor jeder Buchveröffentlichung heissen: ab in die Dopingkontrolle!
Zu den Dopingbekennern auf literaturport.de gehören auch zwei Schweizer. Michael Mettler muss für sein Geständnis keine Sanktionen befürchten. Sein Dopingmittel ist Endorphin – und das entsteht auf natürliche Weise beim Laufen. Richtiggehend abenteuerlich tönt dagegen die Beichte von Jürg Laederach:

“Seit mehreren Jahren bedenke ich lautstark und öffentlich, in welche Körpergegend mir meine regelmässige Epo-Spritze gegeben werden soll. Der von Staates wegen damit beauftragte Pfleger will sie mir in den Oberarm setzen, während ich eine andere Methode bevorzuge. Ich lockere den Gürtel und senke leicht meine Hose. Die Injektion, so habe ich herausgefunden, wirkt bei mir am besten, wenn neben den Nabel gesetzt, eher links als rechts.”

In Zukunft wird man diese drei Persönlichkeiten in einem Atemzug nennen: Lance Armstrong, Jan Ullrich, Jürg Laederach.
(via welt.de und netzeitung.de)

Literatur, Politik


Wie die Schweiz nachbarschaftliche Prinzipien unterwandert

Die Schweiz hat die Buchpreisbindung abgeschafft und unterwandert damit das Verkaufssystem der deutschsprachigen Nachbarn. Die Waadtländer Kantons- und Universitätsbibliothek (BCU) lässt als erste französischsprachige Bibliothek seinen Bestand von Google scannen. Damit unterwandert Lausanne das französische Prinzip, wonach aus Angst vor Kulturimperalismus das Google-Buchprogramm boykottiert wird. Zwei Beispiele für einen eigenständigen Weg, gegen den Widerstand der Nachbarn. Das Selbstbewusstsein der Schweiz in Kulturfragen ist so stark wie nie.

Zum Thema:
Zürcher Theater: Rückkehr der Schweizer

Literatur


Peter von Matts Allgemeinformel für gute Schreiber

Peter von Matt wird 70. Ein grosser Mann. Auf DRS2 gab er heute ein Interview. Da sagte er einen Satz, der von jedem Schriftsteller stammen könnte – aber auch auf die meisten guten Journalisten und Blogger zutreffen müsste:

“Ich schreibe mühsam, ich leide beim schreiben, aber trotzdem muss ich sagen, dass ich unglaublich gern schreibe.”

Der zwölf Jahre ältere Sprachguru Wolf Schneider formuliert diese Allgemeinformel so:

“Der Schreiber muss sich quälen und nicht den Leser.”