Hoteljazz mit Rolf Lyssy und Jürg Ramspeck

Jeden Donnerstag spielt in der Hotelbar des Eden au Lac der Filmemacher Rolf Lyssy (rechts) mit seiner Jazzband, Pianist ist der Blick-Kolumnist und frühere Chefredaktor der Weltwoche, Jürg Ramspeck. Während der erfolgreichste Filmemacher und einer der bekanntesten Journalisten des Landes mit ihrer Band sanfte Rhythmen erklingen lassen, sitzt im Publikum die alte Garde des erlauchten Zürcher Kultur- und Gesellschaftslebens, sofern es so etwas überhaupt gibt. An den Tischen wird rege diskutiert, alle scheinen einander zu kennen, hier ist es wohl, wo Gesellschaftsreporterin Hildegard Schwaninger (sie war gestern auch da) einen Teil ihrer Geschichten herhat.
Zuzuschauen, wie die Herren Lyssy und Ramspeck leidenschaftlich an ihren Instrumenten sitzen, ist eine Freude, auch wenn der Sound sehr im hotelkonformen Mainstream bleibt. Aber Vorsicht: in der Getränkekarte heisst es, dass es sich bei den Preisen um “Konzertpreise” handelt, diesen Hinweis sollte man ernst nehmen.
UBS: 10 Millionen für Lucerne Festival
Die Milliarden-Abschreiber der UBS haben offenbar keinen Einfluss auf das Sponsoring der Bank, zumindest nicht was die klassische Musik betrifft. Kürzlich hatte die UBS zwar mitgeteilt, dass sie das Sponsoring-Engagement für das Verbier Festival und das dazugehörende Orchester kündet, in der New York Times sagt jedoch Michael Haefliger, Direktor des Lucerne Festivals, das Geld komme nun “im selben Umfang” dem Lucerne Festival zugute.
Laut New York Times handelt es sich um gut zehn Millionen Franken pro Jahr. Das Tages-Anzeiger-Magazin bezeichnete in einer langen Reportage vor ein paar Monaten das Engagement der UBS für das Verbier Festival Orcherstra als ”das grösste Kultursponsoring-Projekt der Welt”. Die UBS lässt sich Verbier – bzw. jetzt das Lucerne Festival – mehr kosten als Alinghi.
Glückliches Lucerne Festival, kann man da nur sagen. Und: Spätestens jetzt hat der spröde wirkende Michael Haefliger den Opernhaus-Intendanten Alexander Pereira als Sponsoring-König enttront. Nur in Sachen junge Freundin ist Pereira noch ungeschlagen.
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Zürcher Orchester: Probleme mit Transparenz?
Schauspielhaus, Opernhaus, Kunsthaus und auch einige kleinere Institutionen veröffentlichen einen ausführlichen Geschäftsbericht im Internet. Das ist praktisch, will man etwas nachsehen, hat man sämtliche relevanten Zahlen gleich verfügbar. Beim Schauspielhaus stehen sogar die Geschäftsberichte der vergangenen paar Jahre zum Download bereit, wodurch auch Vergleiche möglich sind.
Die zwei hochsubventionierten Orchester von Zürich, das Tonhalle-Orchester und das Kammerorchester ZKO, erachten eine solche Transparenz nicht für nötig. Wer dort die Zahlen möchte und den gedruckten Geschäftsbericht gerade nicht zur Hand hat, muss sich mühselig durchfragen.
Die Zahlen nur schwer zugänglich zu machen, hat sich bisher für die Orchester gelohnt. Während beim Schauspielhaus jede Auflösung von stillen Reserven irgendwann zum Medienthema wird, bleiben die Orchester weitgehend unbehelligt. So hat bei der Tonhalle niemand untersucht, ob und wie die teure Ablösung des Intendanten Tyrgve Nordwall verbucht wurde; viele Fragen blieben in jener Affäre offen (siehe hier). Auch beim kriselnden ZKO wäre es interessant, die Zahlen der letzten paar Jahre vergleichen zu können. Deshalb: Eine Veröffentlichung von detaillierten Zahlen im Internet sollte bei Kulturinstitutionen eine Bedingung für den Bezug von Subventionen sein.
Adrian Marthaler: Heimliches SF-Orchester?
Vor einem Jahr verliess Adrian Marthaler, Bruder von Christoph Marthaler, das Schweizer Fernsehen. Von 1999 bis 2004 war er Programmdirektor, danach Kulturleiter. Er wolle sich als “unabhängiger Kulturschaffender” betätigen, war die Begründung für den Rücktritt.
Wer den Schlaf entbehren konnte, hatte letzte Nacht auf 3sat die Gelegenheit, Marthalers künstlerisches Schaffen zu betrachten: Von 1.20 Uhr bis 6.30 Uhr wurden seine Visualisierungen berühmter klassischer Kompositionen ausgestrahlt.
In der 3sat-Ankündigung steht, dass Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in C-Dur vom “Kammerorchester des Schweizer Fernsehens” gespielt wurde. Nur: Weder ich noch Google haben in einem andern Zusammenhang je von einem “Kammerorchester des Schweizer Fernsehens” gehört. Da stellt sich die Frage: Hat sich Marthaler während den 37 Jahre im Leutschenbach heimlich ein Orchester zugelegt?
ZKO: Pleite-Orchester mit grössten Inseraten

Das Zürcher Kammerorchester ZKO ist pleite, hätte der Stadtrat die Sanierung in der Höhoe von mehreren hunderttausend Franken nicht genehmigt, wäre das Orchester wohl vor dem Aus gestanden. Dem letzten Direktor, Aviel Cahn, war die eigene Karriere wichtiger als das Orchester, er verliess das ZKO nach etwas mehr als einem Jahr wieder.
Einen Spitzenrang in Zürich nimmt das ZKO in Sachen Werbung ein. Zur Einführung des neuen Dirigenten, Muhai Tang, startete das Orchester im Herbst 2006 eine riesige Kampagne mit ganz- und doppelseitigen Inseraten in der Presse. Zu sehen war der Dirigent, der eine grosse Welle Dirigiert. Eineinhalb Jahre später folgt die nächste Kampagne, diesmal ist eine elegante Achterbahn aus Musiknoten zu sehen, wiederum auf teuren, grossflächigen Inseraten. Kaum eine andere Kulturinstitution kann sich so etwas leisten.
Tamedia-Mitbesitzer Hans Heinrich Coninx ist der Präsident des Vereins Zürcher Kammerorchester. Gut möglich, dass er dem ZKO günstige Werbe-Tarife im Tages-Anzeiger ermöglicht. Dass aber ein Pleite-Orchester, das von der Stadt mit viel Geld aufgepeppelt werden muss, die grössere Werbekampagne als das viel grössere Tonhalle-Orchester fährt, lässt doch aufhorchen.
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Rote Fabrik: Ehre ohne eigenes Zutun
Eine Einladung an das Berliner Theatertreffen ist die höchste Ehre, die ein deutschsprachiges Theater erfahren kann. Nebst dem Schauspielhaus ist dieses Jahr auch die Rote Fabrik mit Marthalers “Platz Mangel” eingeladen. Dass ein alternatives Kulturzentrum an das Stadttheatertreffen fahren darf, ist aussergewöhnlich. Ein Zeichen dafür, dass die Rote Fabrik endgültig Teil des bürgerlichen Kulturestablishments geworden ist?
So einfach ist das nicht. Denn: Die Rote Fabrik kommt ohne eigenes Zutun zur Theatertreffen-Einladung. Marthaler brachte für “Platz Mangel” sein gesamtes Team mit, niemand aus dem Umfeld der Roten Fabrik hatte irgend etwas mitzureden. Marthalers Produzent hat alles Geld selber aufgetrieben — die Fabrikler hatten nur den Raum freizuhalten und den Kartenverkauf zu organisieren.
Das ist an sich kein Problem. Doch man würde sich wünschen, die Rote Fabrik würde mit dem normalen Programm mehr von sich reden machen. Abgesehen von der Marthaler-Produktion kann ich mich in den letzten Jahren nur an zwei Ereignisse erinnern, bei denen die Rote Fabrik Stadtgespräch war: Beim Plakat zur Faschismus-Ausstellung und bei der Beltrametti-Produktion von 400asa.
Sonst hört man vor allem, dass gewisse Künstler über viele Jahre in ihren billigen Ateliers sitzen bleiben und den Weg für Neues versperren. Akzente setzt der St. Galler Gemeinderat und Poetry-Slammer Etrit Hasler, er macht eine eigenständige, starke Fabrikzeitung — doch wer kennt schon die Fabrikzeitung? Nicht beurteilen kann ich das Musik-Programm.
Die Einladung ans Theatertreffen bringt der Roten Fabrik international Publizität. Wer weiss, vielleicht verleiht dies der Fabrik neuen Schwung — es wäre dringend nötig.
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Klassik-Subventionen: Freundschaftsdienst an die Banken
Zürich steckt in der Klassik-Falle. Das Kammerorchester braucht viel zusätzliches Geld, ansonsten muss es schliessen, und auch die Tonhalle-Musiker wollen höhere Löhne, was bei über 100 Musikern nicht billig wird. Warum nimmt die Stadt diese Investitionen auf sich, obwohl die Zuschauerzahlen im klassischen Konzertbetrieb kontinuierlich sinken und selbst Persönlichkeiten wie Gérard Mortier, Direktor der Pariser Oper, finden, diese Kunstform gehöre abgeschafft? Die Antwort könnte hier liegen:

Die Banken lieben die Klassik als Werbesujet und als Kulisse für Kundenevents. Klassische Musik tut niemandem weh und die Form einer Geige oder eines Flügels ist zugegebenermassen sehr ästhetisch. Die starken Subventionserhöhungen für die Klassische Musik dürfen durchaus auch als Freundschaftsdienst der Stadt an den Bankenplatz verstanden werden.
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Unanständiges Klassik-Publikum
Die Jugend habe keinen Anstand mehr, heisst es allenthalben. Doch wie sieht es in der letzten Bastion des Bildungsbürgertums, der Tonhalle, aus? NZZ-Leser Hugo Engeler (67) beschwert sich in einem Leserbrief:
“Nach einem schönen Konzert in der Zürcher Tonhalle verklingt der letzte Akkord, Applaus brandet auf. Aber gleichzeitig beginnt in den Balkonreihen ein Gedränge. Erstaunlicherweise sind es vor allem ältere Konzertbesucher, die zu den Seitenausgängen hetzen. (…) Nur in Zürich beobachtete ich diese unerfreuliche Drängelei. (…) Etwas mehr Zeit, Respekt und Anstand wären gefragt.”
Wenn sich nicht einmal mehr die Tonhalle-Besucher anständig zu benehemen wissen, wer dann? Vielleicht haben sich auch einfach die Verhältnisse geändert: Die grauhaarigen Tonhalle-Besucher die sind wahren Rebellen von heute — und die Rote-Fabrik-Gänger das neue, angepasste Establishment.
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Strafe für Falsch-Klatscher?
Mehr privates Geld in Luzern als in Zürich?
In Zürich soll das Kunsthaus für geschätzte 150 Millionen Franken erweitert werden; Luzern plant ein ein neues, auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Opernhaus für 100 Millionen Franken. Die Kunsthaus-Erweiterung wird je zur Hälfte aus öffentlichen und privaten Geldern finanziert, so der Plan — in Luzern bezahlen Private alles. Warum lassen sich in Luzern locker 100 Millionen Franken aus privaten Mitteln auftreiben und in Zürich bloss 75 Millionen?
Der Zürcher Stadtrat muss bald über den Projektierungskredit für die Kunsthaus-Erweiterung entscheiden. Falls er sich für dieses Prestige-Projekt entscheidet (was sehr wahrscheinlich ist), dann sollte er die Zustimmung zumindest an die Bedingung knüpfen: was Luzern kann, kann Zürich auch.
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Paul-Burkhard-Dok als Züri-Nostalgie
Gestern wurde das renovierte Kino Alba wiedereröffnet, Jean-Pierre Hoby hielt eine Rede, und auch Markus Notter genoss in Begleitung seiner Kulturbeauftragten Susanna Tanner die Häppchen und den Gratisfilm.
Gezeigt wurde vorab “O mein Papa” von Felice Zenoni, ein Dokumentarfilm über den “erfolgreichsten Schweizer Komponisten” Paul Burkhard (Kinostart: 13. September). Der Film zeichnet nach, wie Burkhard als Theatermusiker am Zürcher Schauspielhaus mit Brecht und Dürrenmatt arbeitete, wie er als Unterhaltungs-Komponist Triumphe feierte und wie aus dem schwulen Protestanten im Alter ein frommer Katholik wurde. Was als reine Züri-Nostalgie beginnt, inklusive der üblichen Verklärung der Schauspielhaus-Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg, wird zum intimen und berührenden Portrait.
Zwischendurch dürfen all die heutigen Schlagersternchen, von Leonard über Nubya bis Michael von der Heide, Lieder von Paul Burkhard nachsingen. Im Studio wurden die Stimmen weichgespült wie bei volkstümlichen Schlagern, Resultat ist ein aalglattes Geträller, was kaum im Sinne Burkhards sein kann (CD soll bald erscheinen).
Doch zurück zur Nostalgie, der auch ich mich im Zusammenhang mit Paul Burkhard nicht entziehen kann: Als 15-Jähriger wurde ich bei einem Casting im Stadttheater St. Gallen dazu ausgewählt, in den Zirkusszenen der Burkhard-Operette “Der schwarze Hecht” als Jongleur mitzuwirken. Mit aufgeklebtem Schnauz und Glitzerhemd stand ich mehr als 20 Mal voller Enthusiasmus auf der grossen Stadttheater-Bühne, schmiss Bälle und Keulen durch die Luft und sang beim Finale “O mein Papa” mit – oder tat zumindest so.

(Ja, ja, ich bin der ganz rechts — nein, das Kostüm durfte ich nicht behalten.)
Nicht, dass ich seither je wieder freiwillig eine solche Operette besucht hätte — aber immerhin bin ich im Theater- und Kulturbereich hängen geblieben. Und somit hatte Paul Burkhard einen nicht unbedeutenden Einfluss auf meinen Werdegang.
Oper in der Roten Fabrik
Eine Oper in der Roten Fabrik — ein Symbol dafür, wie sehr das einstige Zentrum der Rebellion Teil der angepassten Kulturmaschinerie geworden ist? Zugegeben, konventionell ist die Video-Oper ”X. Suite Filante” von Katharina Rosenberger nicht, die da im Rahmen des Theater Spektakels uraufgeführt wird. Drei Sängerinnen bewegen sich vor, zwischen und hinter zwei Leinwänden (Multimedia-Installation: Ivan Talijancic). Die fünf Musiker des Ensembles für neue Musik sitzen in einer Reihe hintereinander, als ob sie im Tram spielen würden. Der Dirigent, eine perfekte Andreas-Thiel-Kopie, schwingt seine Arme allein und verlassen etwa drei Meter vor ihnen.
Die Multimedia-Installation, die Sängerinnen und die Musik fügen sich nahtlos zusammen. Die Klang-Elemente werden mal live gespielt, mal kommen sie ab Band – was live ist und was nicht ist schwer auseinanderzuhalten. Inhaltlich und von der Erzählform er erinnert das Ganze an Wim Wenders “Himmel über Berlin”, nur dass es sich hier um eine Frau handelt, die bruno-ganz-engelhaft durch Zürich schlendert. Etwas zu viel Gefühlsduselei. Warum die Off-Stimmen französich sprechen, war mir ein Rätsel, wahrscheinlich einfach, weils dadurch abgehobener wirken soll. Abgesehen davon: die Klang- und Bildsprache lohnen den Weg ins Rote-Fabrik-Opernhaus allemal.
Klassische Musik ohne Visionen



Die drei grossen Klassik-Institutionen Zürichs werben wie jeden Sommer um Abonnenten für die kommende Spielzeit. Doch wie machen die das? Das Opernhaus verspricht “Weltstars für Sie im Abo” und bildet darunter den einzig wahren Star ab. Die Tonhalle zählt ihre Stars alle auf, 17 mehr oder weniger bekannte Namen stehen auf dem Inserat. Wer ist nun herzlich willkommen, die Stars oder das Publikum? Das Zürcher Kammerorchester zeigt seinen Dirigenten Muhai Tang, der schaut so verschmitzt-sympathisch drein, den würde man gerne kennenlernen. Was die Werbung betrifft, geht das ZKO als klarer Sieger hervor. Doch was wird da überhaupt gespielt? Was sind die künstlerischen Visionen dieser Institutionen? Was wollen sie dem Publikum mitteilen? In der Klassik-Welt spielt dies offenbar keine Rolle. Hauptsache Stars.
UBS und die Erigierten Penisse
Die Kollegen des Berner Kulturblogs KulturStattBern haben mit Erstaunen festgestellt, dass die UBS ein Konzert der britischen Skandalband Throbbing Gristle sponsert. Throbbing Gristle bedeutet im Slang ‘erigierter Penis’.
Kultursponsoring birgt immer gewisse Risiken. Und dennoch: was früher geschockt hat, gehört heute zum Lifestyle. Darum: Mit einer Band wie Throbbing Gristle in Verbindung gebracht zu werden, ist für die UBS keineswegs mehr rufschädigend, im Gegenteil, mit sowas kann man sich wunderbar schmücken.
Balts Nill: Kunst und Politik vertragen sich nicht
Als Expo02-Direktorin Nelly Wenger zur Chefin von Nestlé Schweiz berufen wurde, so sah sich manch ein Kulturschaffender bestätigt: Wer Kulturprojekte durchzuziehen vermag, der setzt sich auch in der Wirtschaft durch. Das Projekt Wenger/Nestlé scheiterte kläglich an Schokoladenverpackung.
Dann berief Bundesrat Moritz Leuenberger den Stiller-Has-Musiker Ueli Balsiger alias Balts Nill zu seinem Redenschreiber. Und wieder dachte der Kulturmensch: eine Idealbesetzung – Künstler die Politreden schreiben, das wird Schule machen. Doch weit gefehlt. Nach 13 Monaten ist das Projekt gescheitert, wie Balts Nill im Stellenanzeiger(!) der BernerZeitung und des Bunds ausführt. Er habe in dem Job seine ”Unbeschwertheit und Kreativität” eingebüsst. “Manchmal blieb kaum etwas stehen von meiner Version, manchmal überlebten ein paar Sätze.” Sein Fazit: “Wenn sich Politik mit Kunst verbindet, kommt das selten gut heraus.”
Kulturleute sollten vielleicht einfach bei der Kultur bleiben.
Abnickergremium Tonhalle-Gesellschaft
Man stelle sich vor, einem Orchester entstehen wegen verschiedener ausserordentlicher Abgänge Kosten in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken und an der Mitgliedervesammlung wird nur über den falschen Neigungswinkel der neuen Stühle gesprochen. Dies geschah tatsächlich an der gestrigen Versammlung der Tonhalle-Gesellschaft, wie die NZZ berichtet. Die Kosten wurden zwar von einem anonymen Sponsor übernommen (siehe hier), dennoch wären da noch einige Fragen zu klären. Vor allem über die Rolle des entlassenen Intendanten Tyrgve Nordwall, dem Verursacher des Chaos. Anstatt dass sein Gebaren offen gelegt wurde, durfte er nochmals in einer Abschiedsrede über gewisse Zustände in der Tonhalle herziehen. Natürlich wurde auch die Jahres-Rechnung ohne Gegenstimme abgenickt. Zustände, wie man sie von der früheren Sowjetunion kennt.
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Tonhallen-Knatsch: Anonymer Sponsor zahlt Abfindungen